Irgendwo im Nirgendwo 🌳🚌🌲🌳🌊

Kia Ora, ihr Lieben!

Die unentbehrlichste Seite im Netz für Sparfüchse in Neuseeland ist wohl GrabOne. Auf GrabOne gibst du den Ort bzw. die Umgebung ein in der du lebst und schon kriegst du einmalige Angebote und Gutscheine für alles mögliche vorgelegt. Meinen ersten richtig guten GrabOne-Deal hab ich mir schon direkt am Anfang geholt: 10 Dollar bezahlen, aber für 20 Dollar bei einer deutschen Bäckerei einkaufen. NEHMSCH‘, wie man auf gut sächsisch sagt! 😎
Den nächsten Deal hab ich mir zusammen mit den Mädels geschnappt. Und zwar haben wir zum halben Preis eine Kayaktour auf einem Fluss mit Glühwürmchen gebucht. Juhu! 😀

Also, am Wochenende vom 27. bis 29.5. beschlossen Jana, Charlie, Annika und ich uns auf den Weg nach Raglan und Cambridge zu machen.
Zwei Nächte in einem fetzigen Wohnwagen mitten im Nirgendwo über AirBnB wurde gebucht, Versorgung wurde eingekauft, Auto wurde gepackt und ab ging’s zuerst nach Raglan. 🚙

Wir fuhren und fuhren auf dem Highway bis es wie gewohnt auf eine Landstraße ging und dann auf einen Schotterweg. Nichts ungewöhnliches in Neuseeland, manche „Highways“ sind einfach nur Staubstraßen… Aber irgendwie hörte es nicht auf und uns wurde etwas mulmig. Vor allem so 22 Uhr Abends… 😕
„Sie haben Ihr Ziel erreicht“, plärrte plötzlich das Navi und wir kamen zum stehen. Nichts weit und breit. Keine Einfahrt, keine Abbiegungsmglichkeiten, einfach nur eine Straße weiter in die Dunkelheit. Urgh! 😳 Die Beschreibung bei AirBnB besagte, dass es eine sehr steile Einfahrt ist, die deutlich sichtbar sei. Oh, ok, also dann zurück und einfach Mal die nächste Einfahrt ausprobieren. Und Tatsache, die kleine, feine Hausnummer war bei dreifachem Hinschauen sichtbar und die Einfahrt sah steil genug aus, sodass es die richtig sein muss.
Steil ist hier aber gar kein Ausdruck! Diese Einfahrt ist mörderisch! Boah, ich hab noch nie sowas steiles erlebt! Wie sollen wir da wieder hochkommen?! Egal, erstmal ging es darum anzukommen!

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Auf dem Weg nach oben, leider sieht man null, wie steil das wirklich war!

Wir fuhren den steilen, langen Weg hinunter und kamen zu einer Kreuzung. Die Straße rechts führte in den Wald und Geradeaus ging es nur weiter steil nach unten. Ganz unsicher fuhren wir weiter den Weg nach unten und konnten sogar unseren Wohnwagen entdecken, aber kein „zentrales Haus“, in dem unsere Hosts wirklich wohnen und das unsere Quelle für Wasser und Co. sein sollte. Sie Straße ging zwar weiter nach unten, aber das sah alles so rutschig und unbebaut aus, deswegen fuhren wir wieder hinauf zur Kreuzung, bzw. hatten wir das vor. Denn wir sind stecken geblieben! Tsss, aber alles ist machbar! Ich hüpfte aus dem Auto und mit etwas Gas und ein paar Judoarmen (😇) ließ sich das Auto wieder anschieben! Puh! (Seitdem bin ich der Hulk, laut meiner Freunde) 😆
Wir parkten das Auto und wagten uns panisch und ängstlich mit der Handytaschenlampe wenige Meter in den dunklen Wald rein. „Ich will nicht außen laufen, darf ich zwischen euch“, „Nein Man, ich bin jetzt in der Mitte!!“, „Aaaah, da ist so gruselig!“, *Quietsch*, *Kreisch* und so weiter. Jaja, wir waren schon kleine Angsthasen. Aber es ist wirklich ganz schön gruselig, so auf der Suche nach deiner Unterkunft spät Abends, mitten im Nirgendwo, ohne Empfang, kein Haus weit und breit und mitten in einem dunklen Wald. 😳😳😳

Wir checkten nochmal alle Anweisungen in unserer Email und versuchten uns an die ganzen Kommentare und Erfahrungsberichte zu erinnern (die alle zu hundert Prozent positiv waren…)., um uns etwas zu motivieren und uns dem Axtjäger irgendwo da im Wald nicht sofort auszuliefern. 😀 😝
Zurück im sicheren Auto fuhren wir erneut runter zum Wohnwagen und dann noch ein Stück weiter und yes!, um die Ecke war das Haus der Hosts. Da fiel uns allen ein Stein vom Herzen! Hätte uns mal früher einfallen sollen einfach da runter zu fahren!
Endlich irgendwas, was uns irgendwie ein bisschen sicherer fühlen lässt und uns der Zivilisation näher bringt! Aber…. alle Lichter waren aus. 😟 Keiner da, dabei sollten und wollten uns die Hosts begrüßen!? Oh man, geht gar nicht! Egal, sowieso schon alle durch den Wind liefen wir fix mit Gepäck einfach mal zum Wohnwagen hoch, öffneten die, Gott sei Dank nicht abgeschlossene, Tür und richteten uns ein.
So runtergekommen es von außen aussah, desto schöner war es von innen! Ein gemütliches kleines Wohnzimmer, mit Küche, Bad, Dusche und Schlafzimmer. Privatsphäre war weniger gegönnt, denn die Dusche war direkt gegenüber von zwei Kinderbetten, die Toilette konnte man nur mit offener Tür verwenden und das Erwachsenenschlafzimmer war nicht wirklich ein zweiter Raum, aber an sich war es ein super süßes, niedliches „Versteck“, kann man schon fast sagen! Die Bilder sprechen für sich! ❤️

Am nächsten Morgen konnten wir dann auch unsere Lage genauer abchecken und wir waren hin und weg. Ausblick aufs Meer, mitten im Nirgendwo auf einem Feld, zwischen Bergen und Bäumen. Nur das Laute Geräusch vom Meer und der Wind, wie er durch die Bäume rauscht. So schön! Noch dazu keinen Empfang, kein Wifi und kein warm laufendes Wasser. Wirklich mal ein Wochenende komplett abgeschottet und ganz für sich und relaxed!
Okay, wir sind in die Stadt gefahren, haben Sightseeing gemacht und co., aber so gesehen mal wirklich eine Unterkunft im Nichts und nur für uns alleine.

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Unsere kleine Bude auf Rädern! 🙂

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Der Ausblick – wahnsinn!

DSC02853.jpgAm Morgen gab es dann erstmal leckeren, frische Buttermilk Pancakes nach Rezept meiner Mutter (endlich!) und leckeren kleine Brötchen. Dann machten wir uns auch schon auf in die Stadt Raglan. Eigentlich wollten wir gerne Surfen gehen, aber so kurz vor dem neuseeländischen Winter war das sowieso gestrichen…
Auf dem Weg dahin, die steile Einfahrt hinauf, haben wir schließlich die kleine süße Familie von Drei getroffen, denen das Grundstück gehört und die in dem großen Haus am Ende des Weges wohnt. Total nette Leute! Sie waren am Abend zuvor spontan ausgegangen und sind bei den Freunden über Nacht geblieben. Trotzdem hätten sie Bescheid sagen können, aber sie waren so freundlich und hilfsbereit, da war das dann auch wieder vergessen! 😡😁

Raglan ist so eine richtige kleine Hipsterstadt. Bekannt ist es dabei für atemberaubende Strände und roughes, aufregendes Surfen und genau darauf ist die Stadt auch aufgebaut. Irgendwie war alles so richtig typisch im Surferstyle. Stylische Hintergassen und -höfe, wunderschön dekoriert, viel Kunst überall, Palmen wohin das Auge reicht und einfach tolle, relaxte Leute.
Im Grunde haben wir nur etwas die Stadt besichtigt, einen Wasserfall besichtigt (die Bridal Veil Falls, ziemlich cool, aber mittlerweile haben wir die Chaussee voll von Wasserfällen) und waren Einkaufen. Dann sind wir auch schon wieder zurück zu unserem tollen Wohnwagen gefahren und haben angefangen zu kochen und dabei das „Irgendwo-im-Nirgendwo“-Flair mit vieeeeeeeel Bier genossen. Ein schöner Abend!

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Ich war doch surfen! Aber ok, so surft man nicht! 😄

Am nächsten Morgen, Sonntag, versuchten wir etwas eher aus dem Bett zu hüpfen und den Tag zu starten. Denn geplant waren ein Horsetrek und die Kayaktour mit Glühwürmchen.
Wir verabschiedeten uns von unseren Hosts und von dem coolen Wohnwagen und machten uns auf den Weg Richtung Cambridge. Nach langem Hin und Her stellte sich jedoch heraus, dass wir leider keine Pferde an dem Tag Reiten konnten. Deswegen sind wir direkt weiter zu den Kayaks gefahren. Ahhhh, waren wir aufgeregt!

Es schüttete die ganze Zeit und war dachten schon, dass wir frierend und ganz nass in den Kayaks sitzen dürfen. Doch wir hatten Glück: Genau die Zeit, in der wir im Kayak saßen, war kein Regen weit und breit. Die Sekunde, die wir wieder im Auto saßen fing es an zu schütten. Yeah! So macht man das! 👍🏼😅
Die Tour war wirklich schön! Wir fuhren zwischen zwei Felswänden auf einem Fluss und wir unheimlich konnten viele Glühwürmchen sehen, die sich an den Wänden festklammerten. Wahnsinn, wie toll das aussah! Für mich leuchteten die Insekten grün, während für andere sie türkis, blau und für einen sogar rot erschienen. Witzig, oder?
Es gab eine Pause mit Wein, Crackern, Käse und Marshmallows und danach konnten wir noch ein weiteres Mal die Glühwürmchen bewundern. Leider war die Tour viel zu schnell wieder vorbei und wir mussten uns auf den Weg nach Hause machen. Denn es war ja Sonntag und am nächsten Tag musste man wieder zur Arbeit….😬

xxxx
Viola