„Are you sure that you are old enough to drink this beer?“ – Napier und Taupo: East Cape Roadtrip Part III

Kia Ora, ihr Lieben!

Die Tour geht weiter! 🚙🚙🚙

Nach einer langen Fahrt raus aus dem Nationalpark von Te Urewera, kamen wir schließlich in Napier an. Wir parkten unser Auto und begaben uns erstmal in die I-Site, dem Informationscenter von Napier. Wir sackten ein paar Flyer und Informationszettel ein und sind einkaufen gegangen. Zu Fuß! Ja, wir haben beschlossen, diesmal nicht ALLES mit dem Auto zu bezwingen und wir wollten außerdem mal Napier erkunden. In Neuseeland ist so gut wie alles nur mit Auto erreichbar, da alles einfach weit auseinander liegt. Aber hier konnten wir es doch mal getrost stehen lassen. 😎

Eine wunderschöne Stadt, Napier! 1931 wurde die Stadt komplett durch ein Erdbeben und einen anschließenden Großbrand zerstört, total tragisch. Aber die Küstenstadt wurde wieder aufgebaut mit deutlich starkem Einfluss vom Art déco Stil. Die erste Stadt in Neuseeland, die mal irgendwie historisch geprägt aussieht! Es hatte alles ein bisschen was von unserem europäischen Baustil und nicht nur diese einfachen, simplen einstöckigen Häuser und normalen, geraden Teerstraßen. Es war tatsächlich vieles elegant gepflastert, dekoriert und künstlerisch angehaucht. Genau so, wie ich es so gerne mag und wie ich es in Neuseeland manchmal etwas vermisse. 🙂 Und dann dazu noch das weite, endlose Meer nebenan! WOW! 😍

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Nach dem Einkauf – das geliebte Warhouse hat uns mal wieder eine Freude gemacht: die High-School Musical 2 CD für nur 3 Dollar, sowie eine Disney- und Countrymusic-CD! Da mussten wir zuschlagen und etwas Musikabwechslung und Nostalgie kann ja auf unserer Autotour nicht schaden! 😀 – wanderten wir ein wenig planlos durch die Straßen von Napier. Wir wussten nicht genau was wir machen sollten oder genauer gesagt, wann wir was machen sollten. Das Wetter war total schön, aber die Sonne stand schon sehr tief und für eine Fahrradtour war es daher zu knapp mit der Zeit. Aber ins Nationalaquarium zu gehen schien uns verschwendetes schönes Wetter zu sein. 😟
Nach einem Gehirnbooster (einen Milkshake und ein Eis, hihi) beschlossen wir dann doch das Nationalaquarium zu besichtigen! „Das ist doch ein Muss, wenn man hier ist, oder nicht?“ Naja, nicht so ganz. Wir wurden ganz schön enttäuscht. Für zwanzig Dollar durften wir zwar verschiedene, coole Fische und andere Meerestiere betrachten, aber die Aquarien waren total klein! Einfach nur schockierend! Schildkröten in total kleinen Lebensräumen, tausend Fische in einem Becken und so weiter… Und allzu viele Dinge zu besichtigen gab es nicht wirklich… Also wirklich ein totaler Reinfall! 😦
Die einzigen Highlights waren im Grunde nur, dass man mit Haien schwimmen konnte (leider für 80 Dollar plus, das war es uns dann auch nicht wert) und dass man Kiwis sehen konnte. Aber das war wirklich mein Highlight des Tages! Ich habe zum ersten Mal real life Kiwis gesehen!!! 😳 Ich habe sie mir viel kleiner und irgendwie hilfloser vorgestellt, aber die sind ganz schön flink und dickköpfig, soweit ich es während meiner dreißigminütigen „Faszinationsstarre“ beobachten konnte. 😄😅 Von daher hatte sich der Besuch im Endeffekt doch gelohnt, auch wenn es ein ganz schöner Rip-off war…

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Wir genossen noch einen kleinen Spaziergang an der Marine Promenade und ein kleines Slackline Battle von mehreren Studenten im Park (ich bin schon nach drei Sekunden runtergefallen…😣) bevor wir uns auf zum Auto machten und unsere Bleibe für die Nacht suchten.
Schon nach kurzer Zeit fanden wir direkt in Napier einen tollen, kostenlosen Campingplatz direkt am Strand! Wir konnten unser Auto einfach abstellen und die Nacht dort verbringen, wirklich cool! Wir packten alles um, kochten unser Essen und genossen den Sonnenuntergang mit Reis und Bier am Strand. Dieser Trip wurde immer besser rund besser! Es war einfach schön! 🙂

Am nächsten Morgen (Freitag – schon???)  öffneten wir verschlafen den Kofferraum des Autos und lagen noch eine Weile in unserem kuscheligen Bett mit Blick aufs Meer. Ich sag euch, das war besser als jedes Luxushotel! Also nicht, dass ich so die Erfahrung mit Luxushotels habe, aber das war für mich einfach bombastisch! 😀
Aber schon bald machten wir uns wieder auf die Socken, denn diesmal wollten wir eine Fahrradtour in Napier unternehmen, bevor es dann erneut weiter in die nächste Stadt geht. 😏

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Wir gingen zum nächsten Fahrradverleih, packten unsere Räder und suchten uns eine kleine entspannte, zweistündige Route raus. Wir schwangen uns aufs Fahrrad und vielen auch schon direkt wieder aus den Satteln als wir beiden bemerkten: Sogar die Fahrräder funktionieren hier alle verkehrt herum! Nicht nur die Autos fahren auf der linken statt auf der rechten Straßenseite, nein das ist noch nicht genug! Auch beim Fahrradfahren ist alles vertauscht! Wir kennen es ja so: Vorderbremse links, Hinterradbremse rechts. In Neuseeland ist es genau andersherum: Vorderbremse rechts, Hinterradbremse links. Total komisch! Wir konnten es kaum fassen, sogar beim Fahrrad mussten die lieben Engländer/Neuseeländer es anders haben, haha! 😂
Naja, wir ließen uns davon nicht stoppen, wir radelten fröhlich los. Es ging am Strand entlang, vorbei an hübschen künstlerischen Ecken bis wir an einem Café halt machten, um einen Kaffee und Energie zu tanken. Das Café hat mich unheimlich an Kassel erinnert! Dann kehrten wir auch schon wieder um und sogen die letzten Minuten im sonnigen Napier genüsslich auf. 😌

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Unendlichkeit wohin das Auge reicht!

Dann ging es auch schon wieder weiter nach Taupo, um Mareike zu treffen und endlich das große, bekannte Tongariro Crossing zu wagen! Wir versüßten uns die Autofahrt mit unseren brandneuen High School Musical und Disney Musik (die Country-CD war nicht so Annika Geschmack… Ich fand sie klasse! :D) bis wir schließlich in Taupo am McDonalds ankamen. Jaja, shame on us, Mcdonald mal wieder. Aber wo kann man am besten Wlan harzen ohne das es einem peinlich sein muss? GENAU! McDonalds! So vertrieben wir uns etwas die Zeit, bis Mareike schließlich aus Tauranga ankam und wir uns auf dem Weg zu unserem Campingplatz machten.

Der Campingplatz war auch wie beim letzten Mal kostenlos und lag direkt am Waikato River. Wir ergatterten zwei super Plätze und machten uns breit. Ganz gespannt und eifrig richteten wir unser Bett, um dann endlich eines tun zu können: Essen! 😍😍😍 Mareike hatte aus Tauranga von einer deutschen Bäckerei und einem deutschen Metzger Brot und Wurst mitgebracht, welches wir an diesem Abend genüsslich heruntergeschlungen haben! Oh man, ich sag euch, das war ein Fest! Die deutsche Wurst- und Brotkultur ist so einzigartig und so unersetzbar, das hätte ich niemals gedacht! 💕 Der Höhepunkt des Abends: Vollkornbrot mit dick und fett Nutella (ich betone: ohne Butter!) drauf. Das musste einfach sein und es war so gut! 🙆🏼
Mit vollem und glücklichen Magen ging es ab ins Bett!

BILD FOLGT 🙂

Am Samstagmorgen gönnten wir uns ein bisschen Zeit zum Ausschlafen. Am Abend zuvor hatten wir beschlossen, das Crossing am nächsten Tag nicht zu machen. Die Wettervorhersage war nicht hundertprozentig positiv, es sah stark nach Regen und Wolken aus. Bei solch einem Wetter will man das anstrengende Crossing nicht machen. Es  kann erstens sehr gefährlich werden und zweitens möchte man ja auch gerne was von der atemberaubende Natur und Aussicht sehen, wenn man schon diesen Vulkan besteigt! Daher haben wir uns gesagt, dass wir es auf jeden Fall ein anderes Mal wagen. Denn wirklich, es ist ein Muss! 😎
Stattdessen besichtigten wir die Huka Falls, eine Kaskade von Wasserfällen in Taupo. An diesem Tag hatten wir Glück, denn genau als wir die Falls besichtigten, kam eine Gruppe von Kayakfahrern heruntergerauscht. Waaah, die waren ja wahnsinnig! Aber sie haben die Strömungen und Kaskade super gemeistert.

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Hier sind die Verrückten runtergeshippt!

Danach buchten wir spontan eine Segeltour auf dem Tauposee, um die berühmten Maoricavings zu besichtigen. Am Rande des See bei steilen Klippen haben Einheimische vor einigen Jahren typische Maori-Formen, -Figuren und -Muster in den Stein gekraxelt ohne es dabei als Attraktion, wie sie es heute ist, auszulegen. Sie hatten einfach nur gute Laune, Langeweile, viel Bier und, wie unser Segelkapitän es vorsichtig ausdrückte, viel guten Stoff (Marijuana) bei sich. 😀
Es war eine entspannte, angenehme Tour bei der wir sogar einen super netten Kanadier kennen lernten. Wir quatschten mit ihm die ganze Segeltour, dabei unterhielten wir uns über die verschiedensten Dinge, unter anderem auch wieder die politische Situation in Deutschland und auch in den USA. Es ist wirklich das Nummer Eins Thema, wenn man auf andere Leute aus anderen Ländern trifft. Freut uns natürlich sehr, solange keine blöden Kommentare über sonstige historische Geschehnisse kommen… 😐
Am Ende der Tour wurde uns sogar noch ein Bier angeboten, was sehr nett war, obwohl ich dreimal (dreimal!) gefragt wurde, ob ich denn auch wirklich sicher bin, dass ich alt genug bin, um ein Bier trinken zu dürfen… „YES!!!!! (Now give me that stupid beer!!!)“ 😂

Da wir für den Abend noch keine Pläne hatten beschlossen wir erneut spontan zusammen mit dem Kanadier zu den Hot Springs (Otumuheke Stream) in Taupo zu fahren. Die Hot Springs sind, wie es sie auch in Rotorua gibt, eine kleine Wasserströmung, die von der jahrtausendealten Vulkanaktivität in der Erde angeheizt wird. So saßen wir gemeinsam im heißen Wasser und tauschten über ein leckeres Bier erneut Geschichten und Erfahrungen aus. Boah, das Bier hat ganz schön geknallt in dem heißen Pool! 😀 😜
Anschließend wollten wir eigentlich noch etwas clubben (wie es mein Vater im sagt :D) gehen, aber wir waren doch so platt, dass wir uns gemütlich ins Bett legten und uns einen ordentlichen Schlaf gönnten… Also so richtige Partytiere waren wir diese Woche (noch) nicht. 😅

🚙🚙🚙

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