ready, set, ADVENTURETIME! – Traveln durch Neuseeland: SIBLING EDITION 👧🏼👦🏼👶🏼

Kia Ora, ihr Lieben!

Wow, die Zeit vergeht wie im Flug! Ein paar Wochen, wenn nicht sogar Monate war es nun still, ein ganz großes SORRY! Ich bin non-Stop gereist (😎) und hatte so kaum Internet noch die Zeit meinen Blog zu pflegen. Luxus-Probleme, oder nicht? 😆
Man hätte meinen können ich wäre beim Hitchhiken weggeschnappt worden, oder ich hätte mich beim Great Walk komplett verlaufen, oder ich wäre schlichtweg an den zu vielen leckeren Pies erstickt (was gar nicht mal so abwegig wäre bei meinem Pie Konsum!) – okay, stopp. Alles nach der Reihe, ich fange erstmal dort an, wo ich zuletzt aufgehört hatte.

img_2714Meine letzte Arbeitswoche im September in meiner Familie war also angebrochen. Meine Schwester Vivi hatte ich an dem Wochenende davor vom Flughafen abgeholt und mit Judo-Laura auf einen Trip in den Norden geschickt. Mir bei der Arbeit zuzuschauen wäre für sie nur verschwendete Neuseeland-Zeit gewesen und das wollten wir beiden nicht! Auch wenn ich zu gern schon mit auf Reisen gegangen wäre…

Die Gefühlswelt in mir zu dem Zeitpunkt konnte und kann ich noch immer nicht in mir beschreiben. Zum einen machte sich eine Traurigkeit und Melancholie in mir breit, als ich immer daran denken musste, dass ich meine vier Racker als auch meine ganzen Freunde bald verlassen muss.
Zum anderen freute ich mich schon wieder auf die Wiederkehr von Vivi von ihrem ersten neuseeländischen Road Trip, ihren ganzen Erzählungen und dass wir uns gemeinsam bald auf unser Abenteuer machten.
Ich wusste wirklich nicht was ich fühlen, denken und machen sollte, vor allem da die Woche wie jede andere Woche vor sich her trottete. AAAAH!

Ich versuchte in der Woche nochmal in jeder Playgroup und nach der Arbeit bei jedem Training und jedem Freund vorbeizuschauen. Einfacher gesagt als getan! 😳
Plötzlich wurde alles sehr viel, das Packen, Planen und Vorbereiten auf den Trip, sowie da Tschüss-Sagen, letzte Treffen organisieren und Abschiedsgeschenke basteln. Man man man, immer alles auf dem letzten Drücker, Viola, haben wir aus der Schulzeit nichts gelernt?

Zu allem Überfluss fing sich langsam an ein Tummy-Bug, auf gut deutsch ein Magendarminfekt, bei uns in der Familie zu entwickeln. Urghhh.
Mit Willow fing es am Dienstag an, mit Lincoln und Noah ging es am Mittwoch und Donnerstag weiter, und dann erwischte es Angel und Jessica am Freitag und Samstag, Ray am Sonntag, während ich halb munter und halb krank mit aller Kraft versuchte auszuhelfen. So haben die Kinder und ich die letzte Woche größenteils eingesperrt im Haus verbracht, elend auf dem Sofa oder dem Bett, weil jede Bewegung einem die Übelkeit hochsteigen ließ. So hatten wir uns das nicht wirklich vorgestellt… Ich hatte viele mit den Kindern geplant, doch das viel natürlich ins Wasser. 😢

Mein letztes Wochenende wurde dadurch leider auch ein pures Stressakt, wie ich es gerne nenne, denn alles fiel auf diese zwei Tage: Packen, Aufräumen und Ausräumen, Basteln, Besorgungen erledigen und Goodbye sagen. Zu allem Überfluss bat mich meine Gastfamilie am Samstag nochmal per Baysitting auszuhelfen, da es die Eltern mit dem Magendarminfekt komplett erwischt hatte. Mist! Ich half natürlich gerne aus, aber aus einem geplanten Vormittag wurden ganze zehn Stunden und ich war fix und fertig. Ich muss zugeben, dieser Tag war nicht wirklich schön, auch wenn ich so oder so eigentlich Zeit mit den Kinder verbringen wollte. Nur halt anders.
Es war nicht leicht, mir ging es selber nicht allzu gut, hatte viel im Kopf und vier kranke Kinder Zuhause.

Der Abend gehörte jedoch dann mir und zusammen mit Vivi konnte ich mich erstmal ausruhen. Puh, das war auch echt nötig! Und schließlich sollte es am Abend zusammen mit Freunden nochmal rausgehen. Denn mein Geburtstag stand ja auch noch vor der Tür! Ich sag euch, das war ein Wochenende!
Wir entschieden uns lokal auf der Peninsula zu bleiben, damit alle dabei sein konnten. Wir quatschten und lachten zusammen an einem meiner Lieblingsstrände, dem Little Manly Beach, und hatten einen schönen letzten Abend gemeinsam. ❤️

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Das Geburtstagskind im Dino-Onesie! 😸 Ob das jetzt zur Tradition wird…?

Sonntagmorgen ging es schon wieder früh aus dem Bett, denn wir mussten uns an dem Tag noch auf dem Weg zum Flughafen machen, denn bei Vivis Ankunft ging ein Beutel am Gepäck verschütt. Oh man, Lust darauf hatte ich nicht, vor allem nicht an meinem Geburtstag. Aber es wartete eine mir bis dahin unbekannte große, ja wirklich eine RIESEN Überraschung auf mich! Denn während Vivi in den Flughafen rannte um den „Beutel“ zu holen, wartete ich entspannt, aber müde im Auto. Plötzlich hüpfte meine Schwester wieder fröhlich ins Auto, nachdem sie eine schweres, dickes Irgendwas in den Kofferraum knallte. Was war das denn? Naja, egal.
Und dann klopfte es an meiner Fenstertür und ein unbekanntes Gesicht halb verdeckt von einem unleserlichen Pappschild stand vor meinem Fenster. Wuah! Ganz erschrocken drehte ich mich zu Vivi, die nebenbei alles gefilmt hat, und sagte belustigt zu ihr: „Ach, das ist bestimmt so ein Backpacker, den wir mitnehmen sollen…“. Ich drehte mich nochmal zurück zum Fenster, während meine Zunge die letzten Worte schon gar nicht mehr richtig zustande brachte. Denn dieses unbekannte Gesicht, was da so grinsend vor meiner Wagentür stand, war plötzlich gar nicht mehr so fremd… „OH MEIN GOTT!“. Ich riss die Autotür auf und sprang meinem Bruder in die Arme.

Jonas, hier in Neuseeland? HÄÄ???

Ich konnte es einfach nicht verstehen, aber war natürlich überglücklich. EinEN Abend zuvor hatte ich noch zu Vivi im Bett gesagt, wie cool es wäre , wenn Jonas auch noch dabei wäre. Jonas selbst hatte mir vor einigen Tagen gesgat, dass er einfach keine Zeit und Mittel hat auch nach Neuseeland zu kommen. Tsss, von wegen! 😄😄😄

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Freude pur mit ganz schön vielen Freudentränen!

Zusammen gönnten wir uns einen leckeren Burger bei Burgerfuel und danach einen Monstershake, während wir uns austauschten und ich voller Freude hoch und runter sprang.
Zuhause angekommen war es natürlich keine Überraschung, dass mein Bruder plötzlich da war – alle waren eingeweiht. Nach einer kleinen Geburtstagsbescherung ging es nochmal ans Packen und schließlich ins Bett. Mensch, war ich müde!

Am nächsten Morgen kam es zum Abschied. Wir wussten, dass ich mit meinen Eltern auf jeden Fall nochmal zurückkommen wollte, aber dennoch war das erste Mal Tschüss-sagen wirklich nicht leicht. Ich knuddelte die Kinder tausend Mal und drückte die Eltern zum Abschied. Besonders die Älteste der Kinder war ganz schlimm am weinen, was mein Herz in tausend Stücke zerrissen hat… Meine eigene erste Träne kam jedoch seltsamerweise erst, als ich aus der Tür getreten war. 😦

Schon komisch die Familie jetzt zu verlassen, mit der ich die letzten neun Monate gelebt habe. Jedoch wollte das noch immer nicht ganz in meinen Kopf, denn schließlich sollte ich ja noch eine Weile in Neuseeland bleiben! 😎

Während wir drei uns also auf dem Weg zu unserem ersten Stopp machten, musste ich doch noch ständig an meine Gastfamilie zurück denken. Ich bin jetzt einfach weg! Vor neun Monaten war ich plötzlich da, und jetzt sind die Monate vergangen und für mich geht es weiter, während die Kinder und meine Gasteltern ihr Leben weiterleben, bald mit einem neuen Au-Pair. EinE unheimlich komische Vorstellung, dass ein anderes Mädchen sich plötzlich um die vier kümmern soll. Was wird vor allem der Jüngste, Noah, dazu sagen und darüber fühlen?
Aber genau so ist es mit und als Au Pair. Man taucht für einen Bruchteil in eine ganz andere, fremde Kultur ein und darf sie für einen bestimmten Zeitraum in einer Familie miterleben. Eine tolle Sache eigentlich!

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Bye, bye…

Ich wollte nicht zu sehr den Kopf darüber zerreißen, das hatte ich in der letzten Woche schon viel zu viel! Für mich war es auf jeden Fall Zeit zu gehen und wieder auf Entdeckertour zu gehen. Ich fühlte mich etwas eingeengt nach den neun Monaten als Au Pair und hatte das Gefühl, dass ich irgendwie mit allem feststecke. Ich wollte einfach raus und reisen! Die neun Monate waren so wirklich perfekt gewählt.
Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit mit den Kindern unheimlich geschätzt und genossen, vor allem wenn ich auf die Zeit zurückblicke. So schlimm manche Tage waren, so schön und herrlich amüsant erscheinen sie mir jetzt. 😄

Also, auf ging es mit unserem Nissan Wingroad namens Sam, unser treuer Gefährte (angelehnt an Herr der Ringe natürlich), auf den Weg!

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Viola

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Wake me up, when September ends 🌿✈️🚙🌊

Kia Ora, ihr Lieben!

Die Zeit hat beschlossen davon zu rennen.
Vor sieben Wochen war ich auf der Südinsel, in einer Woche darf ich meiner Schwester am neuseeländischen Flughafen in die Arme fallen und in 14 Tagen lasse ich jegliche Spielsachen, Feuchttücher und Windeln im Haus zurück – und das Backpackerleben geht los! 😆

Ich freue mich so sehr und zähle die Tage bis zum Abenteuer. Es wird einfach Zeit raus zu kommen! Die weitere Reiseplanung kommt in die heiße Phase, ich sitze fleißig vor dem Computer und recherchiere, buche und plane. Ich habe viel zu berichten!
Doch Tag für Tag wird mir auch immer wieder stärker bewusst, wie lieb ich meine Gastkinder gewonnen habe und wie sehr ich sie auch vermissen werde… (trotz den tausend grauen Haaren, die sie mir beschert haben).

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ganz lieb und ganz unschuldig – sofern sie selbstgebackene Muffins haben

Wie auch immer, zwei Wochen bis Ende September habe ich ja noch und die werde ich nutzen. Nicht nur mit den Kindern zusammen, sondern auch mit Freunden.
Schon die Wochenenden nach meiner Südinselreise habe ich zusammen mit den Liebsten verbracht, vor allem mit denen, die mich in den folgenden Tagen und Wochen verlassen sollten… Aber es kamen auch immer wieder neue dazu:
Wir haben eine neue Au Pair Coffeegroup 15 Minuten von mir entfernt gestartet, sodass wir „North North Au Pairs“ nicht immer so weit nach Albany (ca 30 Minuten) fahren müssen und zusätzlich endlich mal auch ernsthafte Kontakte schließen können, die man nach der Arbeit easy treffen kann. Darunter sind Monja, Carolin, Jana (sie kenne ich auch

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yum!

schon länger) und Charlotte meine engsten Freunde, mit denen ich mich am besten verstehe und am meisten etwas mache. ❤️
Es ist wirklich wieder toll, dass ich innerhalb von zehn Minuten bei einer guten Freundin sein kann und wir zusammen einen entspannten Filmabend machen oder spontan zusammen Einkaufen gehen können! Wir waren alle gemeinsam in einer großen Gruppe Lasertag spielen und hatten das Wochenende sogar ein wunderschönes Barbecue (mein erstes in Neuseeland, endlich!) gemeinsam im Shakespear Park, es war so schön. Vor allem, da der Frühling mit seiner starken Sonne wieder totale Glücksgefühle bei uns auslöst. Schade, dass die Gruppe leider jetzt erst am Ende meiner Au Pair Zeit entstanden ist…

Zum anderen ist die liebe Laura – meine Judo-Laura, die Südinsel-Laura ist schon raus aus dem Au Pair Lifestyle und auf ihrer Reise durch Neuseeland zusammen mit ihrer Familie – nun auch in Auckland gelandet. Okay, sie ist schon ein, zwei Monate da, aber jetzt schaffe ich es endlich mal sie zu erwähnen, haha! Wir kennen uns seit tausend Jahren durch unsere Judoleidenschaft, haben jedoch die letzten Jahre eher spärlich Kontakt gehabt. Naja, und wenn man sich wieder trifft, dann doch in Neuseeland, oder nicht? Einfacher geht’s ja nicht, hihi! 😂😂😂
Zusammen haben wir direkt auch schon die gemeinsame Reiseplanung gestartet. Denn nachdem meine Schwester nach Deutschland zurück fliegt und bis meine Eltern kommen, habe ich ungefähr drei kurze Wochen Zeit meinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: einen Great Walk zu absolvieren! Ein Great Walk ist eine drei- bis fünftägige Wanderung durch die atemberaubende Natur Neuseelands mit allem drum und dran auf dem Rücken. Geschlafen wird in Hütten, die auf den Wanderwegen liegen. Und von diesen Walks machen wir nicht nur einen, sondern sogar zwei! 😳 Laura und ich werden im Oktober über mehrere Tage den Kepler Track und den Great Walk um den Lake Waikaremoana laufen. Ich freue mich so riesig darauf!!! Alles ist gebucht – autsch, ist das teuer… – und bis dahin werden wir alles vorbereiten. Es wird richtig gut, ich weiß es.

Jetzt der Knüller: Im Dezember werde ich, nachdem ich mit meinen Eltern in Neuseeland rumgereist bin, zwei Wochen auf Bali verbringen und anschließend fünf Tage in Sydney, bevor ich über einen zweitägigen Aufenthalt in Hong Kong wieder nach Hause fliege. AAAAAAH, das wird super aufregend! Alle Flüge sind gebucht, jetzt müssen nur noch die Unterkünfte herausgesucht und die Routen geplant werden. So viel, was ich noch planen muss! 😳
Meine Schwester hat erstmal höchste Priorität, sie kommt schließlich als erstes hier an. Und bis vor ein paar Tagen hatten wir sogar kaum etwas geplant oder gebucht, dabei steigt sie am Donnerstag ja schon in den Flieger! Das Auto ist aber zum Glück endlich schon rausgesucht, die Flüge bezahlt und eine grobe Idee, der Dinge, die wir machen wollen, festgelegt. Denke ich. 😁 Das wichtigste ist aber im Moment sowieso, dass sie sicher hier ankommt und ich sie in die Arme schließen darf! ❤️❤️❤️

Die nächsten Wochen bis zu meinem letzten Arbeitstag werden noch voller gepackt sein, als sie eh schon waren – ich schulde euch sowieso noch ein paar Erlebnisberichte aus Wellington, von Tiri-Tiri-Matangi-Island und aus dem Showplanet. Coming soon!
Jetzt versuche ich noch die letzten Momenten mit den Kindern voll und ganz zu genießen, die Abschiedsgeschenke vorzubereiten, Freunde zu treffen, die letzten Must-Do’s in Auckland abzuklappern, die letzten Judotrainings voll auszunutzen, die anstehenden Reisen versuchen genauer zu planen, Sachen zu sortieren und das Zimmer so langsam auszuräumen, so viel Gilmore Girls Folgen zu schauen wie möglich (leider muss ich meinem lieben Netflix auf Wiedersehen sagen 😦 ), Koffer bzw. Backpack zu packen und so weiter…. Zwei Wochen klingen nach reichlich Zeit, aber ich glaube, das geht schneller vorbei als man denkt.

Aber das darf es auch, es wird Zeit! 🙂

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Viola

PS: Ich habe heute endlich Brutus, den berühmten Rochen am Gulf Harbour Marina gesehen! Neun Monate lang hörte ich nur Legenden von dem Stingray, der sich bei uns am Hafen herumtreibt und den man gelegentlich malstreichelnd darf. Doch nie hatte ich die Chance einen Blick von ihm zu ergattern. Aber genau heute habe ich ihn gesehen, leider aber nicht streicheln können…. Wohooo! 💪🏼
Jetzt hoffe ich, dass ich die Orcas, die sich die letzten Tage oft an der Küste zeigen, bewundern kann. 😎

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Brutus, the legendary Stingray

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Delfine um die Ecke am Strand

 

 

Der wilde Westen / Edition: Neuseeland – South Island Road trip Pt. 4 💨🌊💦

Kia Ora, ihr Lieben!

Bevor wir unsere lange Fahrt entlang der Westküste der Südinsel starteten, machten wir einen kurzen Halt im historischen Arrowtown. Arrowtown ist ein kleines Dörflein, daher in Neuseeland eigentlich nichts besonderes. Aber es ist unheimlich schön und hat einen besonderes, entspanntes Flair und ist deswegen wirklich sehenswert: Süße, historisch künstlerische Häuschen reihten sich auf der kurzen Hauptstraße nebeneinander. Trotz Zeitdruck und langsamer aufkommender Geldnot (😂) beschlossen wir uns glatt in ein kleines Café zu setzen und ein wenig von Arrowtowns ruhigen und gediegenen Atmosphäre aufzusaugen. Kaffee, Kakao und Crépes, lecker! 👌🏻

Wir fuhren einen unendlich langen Weg weiter bis Franz Josef, unserem nächsten Halt. Stundenlang kurvten wir auf einer einzigen Straße entlang, bis wir am frühen Abend, aber leider schon in tiefster Dunkelheit in unserem Hostel ankamen. Ein Walk war leider nicht mehr drin, deswegen kochten wir gemütlich unser Essen und saßen noch etwas beieinander. Mir ging es immer schlechter, weswegen wir noch beschlossen die Healthline Neuseelands anzurufen und um Rat zu fragen. Arzt oder einfach nur Hustensaft? Wirklich Lust auf einen Arztbesuch hatte ich nicht, schließlich hatten wir einen relativ straffen Zeitplan und stundenlang beim Arzt zu sitzen – so wie man es aus Deutschland kennt -, nein danke! Doch sowohl die Frau am Telefon, als auch meine Mutter überzeugten mich, dass es die bessere Wahl ist, mich durchchecken zu lassen. Den Walk zum Gletscher am nächsten Tag konnte ich sowieso abblasen. Schade! 😕
Stundenlang googelte ich daher, wo denn der nächste Arzt an der Westküste ist. In Franz Josef war keiner bis zum Donnerstag da (da frage ich mich, wie die das machen, wenn wirklich einer schwerkrank wird…) und das nächste Medical Center ist in Greymouth, ca. drei Stunden Fahrt von unserem Hostel. Letztendlich konnten wir eine kleine Arztpraxis in Harihari ausmachen, die nur eine Stunde entfernt war und zu der ich mich morgen aufmachen musste… In Deutschland ist man das nicht gewöhnt und man kann es sich nicht vorstellen, aber hier ist es wirklich ein Akt ein ordentliches Krankenhaus, geschweige denn einen Arzt zu finden!

Hannah und ich (Hannah hatte auch einige Leiden – man, uns hat es echt erwischt) blieben also am Montagmorgen im Hostel und genossen so weit es ging einen ruhigen Vormittag, während der Rest zum Franz Josef Gletscher gelaufen ist. So gerne wäre ich mitgegangen!
Danach fuhr mich Laura nach Harihari zum Arzt, der Rest blieb da und Sarah machte sogar einen Sykdive! Aaaaaah, den wollte ich dort eigentlich auch super gerne machen, doch die Gesundheit ging vor. Sarah zeigte mir im Anschluss das Video, mega cool! Mein Sykdive kommt noch (VIVI!!!!)! 🙂

In der Arztpraxis stellte sich dann heraus, dass nur eine Krankenschwester vor Ort war. Besser als nichts! Ich erhielt ein Asthmaspray und eine Ladung Paracetamol und Ibuprofen, die ich in einer unmenschlich hohen Dosis zu mir nehmen sollte und wurde wieder Heim geschickt, hm. Die hohe Dosis an Tabletten kannte ich von meinen Gasteltern schon, doch mit so viel Tabellen fühlte ich mich (und meine Mutter auch und Laura auch etwas) damit nicht wirklich. Nichtsdestotrotz probiere ich den Tag lang während der Fahrt von Franz Josef nach Greymouth, unserem nächsten Halt, das Asthmaspray aus. 😐
Spät am Abend kamen wir in unserem interessanten und speziellen Hostel an. Niedlich und süß, mit Frühstück inklusive! Jedes Zimmer hatte sein eigenes Tiermotto, wir waren im Tigerzimmer, hihi. Wir hüpften sofort ins Bett, denn wir waren alle geschafft vom Tag und der Fahrt.

Dienstagmorgen wollten wir sofort wieder weiter fahren, Greymouth sollte nur als kleiner Zwischenstopp dienen. Doch mir ging es immer noch nicht besser, weswegen ich dann den Roadtrip erneut etwas bremsen musste: ich musste nochmal zum Arzt. Das Medical Center war diesmal um die Ecke und ich hatte sofort einen Termin am Morgen. Endlich ein richtiges „Krankenhaus“!
Ich erhielt (endlich) ein Antibiotikum und mir wurde auf meine Frage, ob denn 4000mg Paracetamol und 1000mg Ibuprofen am Tag wirklich in Ordnung (verschriebene Dosis der Krankenschwester in Harihari) wären, geantwortet: „Ja klar, das kann man im Krankheitsfall mal machen“. Hm, okay, klingt schon etwas viel und nicht wirklich gesund… Naja, die Neuseeländer ticken halt etwas anders!

Nachdem ich erneut eine dicke Arztrechnung zahlen musste, konnte der Roadtrip weiter in den Norden fortgesetzt werden. 💪🏼
Die Fahrt war wieder super lang und sehr verregnet. Eigentlich wollten wir uns auf halber Strecke die Pancake-Rocks anschauen, aber der Regen machte uns einen dicken Strich durch die Rechnung. Stattdessen haben wir uns wieder in ein Café gesetzt und eine heiße Schokolade geschlürft, um den heftigen Regensturm abzuwarten.
Unglaublich, wie sich auf der weiteren Fahrt die Natur geändert hat! Während weiter im Süden sich die Berge um die Wette mit Schnee und ganz kahl in die Höhe streckten , machten sich auf dem Weg in den nördlichen Teil der Westküste breite, kleinere Berge und ein Urwald, fast schon ein Regenwald, gegenüber vom Meer breit. Kleine Wege führten in die Wald hinein und man konnte alle paar Kilometer kleine Dächer von kleinen Häuschen zwischen den Bäumen ausmachen. Ich fühlte mich, als wäre ich wieder am East Cape, nur dass alles um das fünffache größer und gigantischer ist!

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Bye, bye snow caps!

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Picton

In Nelson angekommen, schlenderten wir nur kurz in der Innenstadt umher und Hannah und Anouk gönnten sich im Kaffee eine Kleinigkeit bevor wir weiter nach Picton düsten.

In Picton fackelten wir nicht lange, wir machten uns sofort auf in die kleine süße Innenstadt, um uns mal ein bisschen umzugucken – nicht nur zum shoppen, natürlich! Danach brachen zu den Nelson Lakes auf, wir hatten schließlich noch gutes Wetter und das darf man nicht ungenutzt lassen. Der berühmte Steg an dem See gehört wohl zu den meist fotografierten Stegen der Welt, haha. Aber verständlich, man hat so einen wunderschönen Panoramablick in die Berge!

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Was geht?

Wir fuhren zurück ins Hostel und es wurde auch schon wieder dunkel… Das hieß: kochen, quatschen und ab ins Bett! 😝

Abel Tasman Nationalpark, wir kommen! 🚙

beautiful Mt. Cook 🗻❤️ – SEE YOU LATER, North Island, HELLO South Island! 😎🌿

Kia Ora, ihr Lieben!

ENDLICH ging es für mich auf die Südinsel! 😍 Nach 6 Monaten auf der schon unglaublich schönen und atemberaubenden Nordinsel und einem kleinen Einblick in Christchurch im Mai durfte ich die nochmal viel schönere und überwältigende Südinsel mal etwas genauer erkunden – ich hatte dafür leider nur ungefähr zwei (viel zu kurze!) Wochen, aber ich habe so viel gesehen und so viel erlebt und vor allem mich super vom doch etwas stressigen und manchmal (ich bin ehrlich) einseitigen Au Pair Alltag erholt. Das tat unheimlich gut.😇

Samstagmorgen, dem 9.7., ging es samt fetten Gepäck und mit ganz viel Spannung zum Flughafen und in Richtung Christchurch. Kurz vor dem Flug habe ich dann schließlich den ersten Teil meiner Reisetruppe in Person kennengelernt: Hannah, Laura und Steffen. Wir kamen sofort super klar, aber wir hatten ja auch schon vorher geskypt und via Whats App geschrieben. 👍🏼

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Packen und Quetschen!

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Ausblick aus dem Auto – gigantischer und weitläufiger als auf der Nordinsel!

Im um einiges kälteren Christchurch hat uns die 5. im Bunde, Sarah, mit dem Mietauto abgeholt. Und dann ging der Trip auf der Südinsel endlich los! Naja, fast. 😆 Erstmal ging es Einkaufen und noch mehr Sachen in den Kofferraum stopfen und dann ging es ab Richtung Mt. Cook Nationalpark. Schon auf dem Weg dorthin wurden wir von der unglaubliche Kulisse im wahrsten Sinne des Wortes erschlagen: riesige Gebirgsketten mit Schnee bedeckt, giantische Seen, die so blau wahren wie der Himmel und ewig lang keine Häuser weit und breit.

Den ersten Stopp machten wir am Lake Tekapo und der berühmten „Church of the Good Shepherd“. Eine Idylle, die man in Worte kaum beschreiben kann und die auch das Bild nicht mal zur Hälfte einfangen konnte. Die Kirche ist ganz klein gehalten und total schlicht. Aber es ist die schönste Kirche, die ich jemals gesehen habe. Das Innere wird von von ganz wenigen Sitzbankreihen geschmückt und der Altar besteht im Grunde nur aus einem Sockel, auf dem ein Kreuz steht. Was aber für den gewissen Zauber sorgt, das ist die Aussicht auf den Lake Tekapo durch das Panoramafenster hinter dem kleinen Altar. Eine spontane Hochzeit in dieser Kirche? Ich wär dabei gewesen, hihi! 😜
Wir fuhren weiter, um nicht zu spät am Mt Cook Nationalpark anzukommen, aber wir mussten doch nochmal zwischendrein anhalten. Wir fuhren für fünf Dollar (was ja eigentlich der Knüller ist, aber – wie immer – es hat sich gelohnt!) einen kleinen Berg mit einem Observatorium hinauf und duften eine wunderschöne Aussicht auf Lake Tekapo von einem ganz anderen Winkel genießen und sogar weiter in die Ferne die „SkyMountainline“ betrachten. 😳

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Church of the Good Shepherd

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Lake Tekapo

Schließlich sind wir endlich in den Nationalpark gefahren. Dort gibt es ein kleines Village, die aber eigentlich nur aus Ferienhäusern, Appartements und einem einzigen Hostel besteht. Wirklich tiny!
Wir packten alles aus dem Auto und richteten uns in dem süßen Hostel ein. Es hat mich total an ein Skiferienhaus in Österreich oder Italien erinnert, und dazu noch die ganzen Berge mit dem Schnee obendrauf… Da habe ich ganz schön Lust auf Skifahren bekommen! Aber das sollte ja eh noch in Wanka anstehen. 😄
Es gab unser erstes gemeinsames Abendessen und dann entspannten wir etwas in unseren Betten. So eine lange Fahrt haut doch ganz schön rein, auch wenn man nur sitzt. Doch vor allem auf der Südinsel muss man mit viel Fahrerei rechnen, denn alles liegt sehr weit auseinander. Das wird einem manchmal auch wirklich zum Verhängnis, dazu in den späteren Beiträgen mehr!
Das Wetter war aber so gut, dass wir beschlossen haben ganz spät am Abend nochmal raus zu gehen und den Sternenhimmel vom anderen Ende der Welt zu betrachten. Denn in diesem Nationalpark wird an Lampen und Co. gespart und jeder Besucher wird darauf hingewiesen kaum Licht zu verwenden, um die Lichtverschmutzung gering zu halten. Tolle Sache, auch wenn es echt ganz schön dunkel war. Auckland ist immer wahnsinnig hell, daher war das eine tolle Abwechslung.
Brrrr, ganz schön mutig, dass wir uns mitten in der Nacht in die Kälte getraut haben! Die Finger und Zehen haben sich dann auch erstmal abgemeldet, aber was soll’s! Ich habe noch nie so deutlich die Milchstraße gesehen! Der Sternenhimmel war wirklich atemberaubend! Steffen, unser Fotograf, gab uns einige Tipps und Anweisungen, wie man die Kamera am besten Einstellt um diese Aussicht (einigermaßen) festzuhalten:

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Die Milchstraße – meine Kamera (Bildschirmhelligkeit ganz hoch stellen bitte!)

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Steffens Kameraufnahme

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❤️

Ganz motiviert und im Erkundungsfieber sind Steffen und ich am nächsten Sonntagmorgen raus in die Eiseskälte und Dunkelheit, um einen kleinen Lauf in früher Stunde zu absolvieren. Die Luft war so kalt und frisch, sie hat ganz schön in meinen Lungen gestochen, doch ohne Fleiß kein Preis! Wir joggten den noch vereisten und ganz einsamen Huka Valley Track zum Mt Cook entlang, den wir dann später am Tag noch zusammen mit den anderen gelaufen sind. Die ganzen 10 km habe ich leider nicht geschafft, ich bin einfach zu sehr aus dem Joggen raus (ich arbeite dran!), aber dennoch konnte ich einen Teil der Wahnsinnskulisse genießen!!!! Als wir am Mittag zusammen mit den anderen den Weg entspannt entlang liefen, konnte ich dann auch den ganzen wundervollen Rest des Tracks und am Ende auch Mt. Cook mit großen Augen betrachten. Wunderschön! 😀

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Mt. Cook – der höchste Berg Neuseelands (3724m)

Nach vier Stunden laufen ging es wieder ins Auto und weiter auf die einzige Straße, weit und breit. Verfahren kann man sich hier auf jeden Fall nicht! Wir fuhren am Lake Pukaki, der berühmt für seine intensive, blaue Farbe ist –  er ist wirklich echt total blau, mega krass – und an vielen weiteren tollen Gebirgsketten vorbei. Doch von denen erstmal genug in diesem Beitrag! (Ich liebe Berge)
Nächster Stopp:Wanaka!

🚙🚙🚙 – Day 1 & 2

 

I am a tough girl! 💪🏼😎👍🏼

Kia Ora, ihr Lieben!

Ich bon ganz schön auf dem Sprung, deswegen fasse ich mich mal wirklich ganz schön kurz und lasse vor allem auch Bilder für sich sprechen! 😄

Am letzten Wochenende habe ich zusammen mit Annika und Charlie bei der Tough Guy and Gal Challenge teilgenommen. Das ist ein 6 km langer Mud Run mit ordentlich viel Action- und Schlammspaß:  Wir rannten, kriechen, hüpften (…) durch Schlammlöcher, dreckige Pfützen und über weitere unterschiedliche Hindernisse. Es war ein absoluter Spaß! Wir kleideten uns alle in Neon, das war das Motto von Au Pair Link und dann ging es ab! 😆
Danach hies es aber schrubben, schrubben, schrubben!

Nach eine kleinen großen Stärkung (lecker Nachos, Steak and Cheese Pie und Popcorn, hehe) ging es für mich weiter direkt zum Strand in Long Bay. Denn dort veranstaltete mein Judoverein einen Mid-winter swim im Meer. Urgh! 😳Was habe ich mir denn da eingebrockt! Mitten im Winter von Neuseeland ins 15°C kalte Meer springen?
Alles kein Problem für uns Judokas, der Großteil ist nach dem Gruppenfoto sofort ins Meer gesprintet, um es hinter sich zu bringen. Wir bleiben vielleicht 5 min drin, dann sprinteten wir auch schon wieder so schnell heraus, wie wir reingerannt sind, haha. 😝
Anschließend gab es leckere Kürbissuppe und maaaaaaassig Alkohol (Glühwein, Whiskey, Wodka, Rum,…) bei einem der Judokas. Wusste bis dahin gar nicht, dass die Kiwis ja wirklich richtige Trinker sind!!! 😮

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Thema: Superheros! (Ich hatte spontan natürlich kein Kostüm…)

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KALT!

Am Sonntag hieß es ein letztes Mal lecker Pommer essen gehen zusammen mit Annika und Charlie! Annikas Au Pair Zeit in Neuseeland endete heute und am Sonntag war unsere letzte Chance uns nochmal zu sehen… 😢😢😢
Bye Bye, gute reise mit deinen Eltern! ❤️

Das war es auch schon, denn jetzt mache ich mich auf die Socken. DIE SÜDINSEL WARTET AUF MICH, JUHU! Ich habe endlich wieder Urlaub, diesmal sogar zwei volle Wochen. Morgen früh fliege ich mit vier weiteren Au Pairs runter und wir starten unseren Trip in Christchurch. Ich muss jetzt mal endlich meine Sachen zu Ende packen, denn ich treffe mich mit Desi, die mich morgen zum Flughafen fährt. Man, man, man, ich bin ein richtige Packmuffel geworden….
Ich lasse von mir hören! 😎

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Viola

Halbzeit! – 6 Months Kiwipower 😳🌊🌿😎

Kia Ora, ihr Lieben!

„Wie sind die letzten Monate für euch vergangen? Schnell oder eher langsam?“. Diese Frage habe ich in letzter Zeit Freunde und Familie gestellt.
„Total schnell, ich kann es gar nicht glauben, wie die Zeit rennt!“.
Ich konnte es die ganze Zeit gar nicht wirklich sagen…. Ich fand sogar eher, die zeit verlief ganz normal bis langsam. Aber nachdem ich alles in diesem kleinen Text rückblickend betrachtet habe, war ich mir schließlich doch sicher. Die Zeit fliegt!

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Vor genau sechs Monaten bin ich nach 24 Stunden grausamer Flugzeit in Auckland aus dem Flugzeug gestiegen und habe das erste mal neuseeländischen Boden berührt.  Sechs Monate ist es her, dass ich zuletzt meine Familie im Arm hatte, Freunde geknuddelt, meine süßen Hundis fast zerdrückt und Sauerkraut, Schupfnudeln und Klöße gegessen habe! Sechs Monate! CRAZY! 

Es ist so komisch sich vorzustellen, dass all das wirklich ein halbes Jahr zurückliegt, aber es in einem halben Jahr eigentlich auch schon wieder auf mich wartet. Ich war und bin stetig in Kontakt mit meiner Familie und meinen Freunden und habe auch viele sehr gute Freunde hier gefunden, weswegen es sich daher gar nicht so lange anfühlt. Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, dass der Kontakt früher nicht so leicht herzustellen war via Skype, Facebook, Whats App und Co.! Da ging alles nur per Post und dauerte mindestens drei bis vier Wochen!

Seit genau sechs Monaten bin ich also ein Au Pair in Neuseeland und ich kann eins nur sagen: Eine so erlebnis- und vor allem auch lehrreiche Zeit, wie ich sie noch nie hatte. Und eine ganz schön kostspielige, haha! 😝 Ich habe in einem halben Jahr noch nie so viel Geld auf den Kopf gehauen. Aber ich kann glücklich und stolz sagen: Das hat sich alles gelohnt! ❤️


Ich habe in einem selbstgebuddelten Sandloch mit heißem Wasser am Strand gesessen und bin auf dem stürmischen Meer entlang gepaddelt. Corormandel und Hot Water Beach
Ich hatte bei jedem Haka, dem ich zugeschaut habe, Tränen in den Augen, bin zwischen bunten, heißen Vulkanschlammlöchern hin- und hergewandert und war auf einem reißenden Fluss raften (und bin aus dem Boot gefallen). Rotorua
Ich stand ganz unentspannt auf einem Stand-Up Paddelbord und manchmal sogar auf einem Surfboard, habe in brühender Hitze einen Vulkan erklommen und habe den stillsten Schweigeminute meines Lebens erlebt. Auckland
Ich durfte Delfine in ihrer vollen Pracht im offenen Meer 10 meter von mir entfernt bewundern und habe zwei aufeinandertreffende Meere gesehen. Bay of Islands
Ich kuschelte mich eine Woche lang zusammen mit Travelbuddy Annika in ein winzigen Auto, bin in einer Gondel aus dem Himmel geschwungen (und habe mir dabei fast die Hose gemacht), konnte den ersten Sonnenaufgang der Welt erleben, habe die schwere (!) Prüfung zum Kiwiranger erfolgreich abgeschlossen und hatte die Ehre direkt neben einem See und dem Meer aufzuwachen. East Cape
Ich wurde in einem neuseeländischen Judoclub mit offenen Armen aufgenommen und konnte bei einem neuseeländischen Wettkampf drei Goldmedaillen abgesahnen. Christchurch
Ich bin durch eine Schlucht mit tausenden Glühwürmchen gepaddelt und habe für ein Wochenende mitten im Nirgendwo gehaust. Raglan
Ich war Gollum, Legolas und Frodo auf der Spur und habe den besten Kaffee meines Lebens getrunken. Wellington
Ich durfte spannende Rugbyspiele miterleben, war fast jeden Tag im Meer schwimmen und habe so viele neue Leute kennengelernt und Freunde gefunden! Auckland & Matapouri


Neben dem Reisen konnte ich mich auch schon nach ein, zwei Monaten mich gut in der Familie und dem Job einfinden. Eine tolle Art und Weise ein anderes Land, eine andere Kultur und Lebensweise kennenzulernen! Aber ich möchte nicht lügen, ich hatte neben vielen guten Tagen auch mehrere Downs. Vor allem nach einem halben Jahr wurde das Neue zur Selbstverständlichkeit und zum Alltäglichen, der Lebensstil wurde mit dem von  Zuhause verglichen und  kleinere oder auch größere Heimwehphasen kamen dazu. Und der Job raubt einem manchmal auch ganz schön die Nerven! 😲😆😆😆

Nichtsdestotrotz kann ich an diesem Punkt rückblickend sagen, dass es bisher schon eine tolle Zeit gewesen ist!!! Neuseeland ist schon ganz schön cool, hihi. 😎
Allzu sentimental möchte ich an dieser Stelle weiter jetzt auch gar nicht werden! 😄 Weitere sechs Monate warten auf mich! Drei davon als Au Pair und drei als kleiner Freigeist auf Reisen. Ich gebe zu: ich freue mich besonders auf den letzten, kleinen Part meines Neuseelanderlebnis… Wieder mal für sich sein, wieder mal etwas mehr selfish sein, mal wieder seinen eigenen Space haben (abgesehen davon, dass ich wahrscheinlich die letzten Monate in einem Hostel verbringen werde und mein Zimmer immer mit mindestens drei weiteren fremden Personen teilen werde, hmmm).

Das Buch Neuseeland ’16 ist noch nicht abgeschlossen! Es geht weiter, hehe!
Aber nochmal ein letztes Mal: Sechs Monate sind um, verrüüüüüüückt! 

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Viola

PS: Halbzeit – ganz passend zur EM! Genauso verrückt, was da abgeht! Island, wohoooo! Leider haben sie es nicht geschafft, aber gegen England haben sie ordentliches geleistet, find ich voll cool! Ich drücke unseren Lieblingsfußballern die Daumen ! 👍🏼 Ich gebe mein bestes, die Fußballspiele zu verfolgen (gar nicht so leicht hier, die Spiele laufen teilweise 4 Uhr morgens in der früh…).

 

All Blacks v Wales und den Meerjungfrauen auf der Spur 🏈🐬

Kia Ora, ihr Lieben!

Ich hänge noch immer ein bisschen mit den Einträgen hinterher, shame on me! 🙈

Das Wochenende vom 11. und 12. Juni bin ich mal in Auckland geblieben und ein entspanntes Wochenende verbracht! 🙂

IMG_1636.jpgAm Samstagmorgen stand für mich zu Beginn Babysitten an. Zusammen mit Willow ging es zum Ballett, was einfach nur super süß war! Herrlich, wie die kleinen Mädels in ihrem linken Ballett-Gewand von einem Fuß auf den anderen hüpfen! 😍
Danach haben wir noch Lincoln aufgepickt und sind gemeinsam zum Schwimmen gefahren. Das war nicht so leicht, wie ich gehofft hatte, Lincoln war nicht ganz in Schwimmlaune. Aber es ließ sich alles noch irgendwie richten und er hüpfte am Ende doch noch für 5 Minuten ins Wasser, yeah! 💪🏼
Ich habe die Kinder Zuhause abgesetzt und mich danach mit Jana in einem deutschen Café bei mir um die Ecke getroffen. Wir gönnten uns dort ein leckeres Mittagessen: deutsche Pancakes und deutsche Currywurst. Und man, ich das euch, DAS war wirklich eine deutsche Wurst! Die hat wirklich (fast) wie Zuhause geschmeckt! Yummy! ❤️

Und schon kam auch das Event des Abends näher: ein richtiges Rugby-Game mit der Nationalmannschaft und dem Weltmeister, den All Blacks. 😎
Zwar war ich schon bei einem Rugby-Spiel (Auckland gegen Wellington), aber die All Blacks wollte ich mir nicht entgehen lassen und das erste Spiel, was ich gesehen habe, hat auch schon richtig gefetzt.
In einer großen Mädelsgruppe fuhren meine Lieblingstravelbuddies Annika, Charlie und ich zum Stadion in der Stadt, die gute Laune und das All Blacks Trikot im Gepäck – jaja, ich habe mir in Wellington so einiges gegönnt… 😆
Alles war gepackt voll, Menschen überall, gekleidet in grün oder schwarz. Kein Wunder, das Stadion war auch einfach ausverkauft, denn alle wollten die All Blacks spielen sehen.

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Und da saßen wir auf unseren Plätzen – richtig gute sogar!! – bewaffnet mit Zimtdonuts und Bier (hihi) und warteten, dass es endlich losging.
Nachdem alle eingelaufen sind und die Hymnen gespielt wurden (Neuseeland hat eine sehr schöne Hymne!) kam der Moment: der berühmte Haka der neuseeländischen Rugby-Mannschaft. Woah! Der traditionelle Tanz der Maoris ist schon so wirklich der Hammer, aber in diesem riesigen Stadion von diesem starken, kraftvollen Team… Wir haben alle den Atem angehalten und hatten Gänsehaut! 😳
Und dann ging das Spiel los. Wir müssen zugeben, so viel von Rugby wissen wir nicht, also die grundlegenden Regeln schon, aber die tausend Sonderregelungen… Da gibt es wirklich unheimlich viele. Also zu 80 Prozent des Spiels haben wir nicht ganz durchgeblickt, haha. 😆😆😆

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Nichtsdestotrotz hatten wir unseren Spaß und es war auch wirklich spannend! Die Stimmung war auch wirklich klasse: La-Ola-Wellen, gute Laune und viel gejubelt. Wobei ich sagen muss, dass bei Fußballspielen es auf jeden Fall mehr abgeht! Es hat wohl einfach an den gewohnten Gesängen gefehlt.😝 Aber, das muss man hervorheben, man hat nie irgendwie mal ein „Buh“ oder andere negative Ausrufe vom Publikum gehört. Unvorstellbar, oder? Neuseeland ist einfach so relaxed und nett, selbst wenn das Foul ungerecht war haben alle geklatscht. 😃
Das Spiel endete 39 Punkte zu 21 Punkten für die All Blacks. Yeah! Alle gingen mit guter Laune Heim bzw. Feiern, denn der Abend war für uns noch nicht vorbei! Es ging ab in den nächsten Club, wohoooo! Auf dem Weg dorthin haben wir, wie immer, tausend andere Au Pairs getroffen. Das ganze Stadion schien nur durch Au Pairs gefüllt gewesen zu sein, haha!

Das darauffolgenden Wochenende (17. bis 19.6.) dagegen ging es endlich wieder auf einen Trip! Wir alle vom Bay of Island Trip (Erinnerung: 10 Mädels) haben uns wirklich gut verstanden. Der Großteil, also 9 von 10 (ich bin die einzige die ein Jahr von all denen bleibt), fliegt jetzt bald wieder Heim, da sie nur 6 Monate in Neuseeland bleiben. Da haben wir beschlossen nochmal gemeinsam einen letzten Wochenendtrip zu unternehmen. Und dafür suchten wir uns Matapouri aus.
Zu siebt fuhren wir letztendlich am 17.6. hoch in den Norden zu unserem sogenannten „Holiday Home“, ein Urlaubshaus bei AirBnB, zwei Straßen vom Strand. Eine richtig coole Bude für uns Mädels! 😎
Anfangs gab es ein paar Schwierigkeiten das Wasser anzustellen, aber nachdem wir mehrere Spinnweben und Staubfäden mitgenommen haben, haben wir auch das gemanaged. 👍🏼

Wir haben uns eingerichtet, die Betten aufgeteilt und schon die ersten Snacks vernichtet. Man, man, man! Nie kann man sich mal zusammenreißen und vernünftig sein! 😁
Alele gingen dann schon ins Bett, nur Charlie, Annika und ich haben uns noch nicht ganz so müde gefühlt und haben erstmal ein Bier geköpft, hihi. 😝 Wir quatschten und quatschten und quatschten und als wir dann mal auf die Uhr geschaut haben war es schon 5 Uhr morgens! Oh je, wir wollten doch morgen, äh heute meine ich, 7 Uhr wieder aufstehen, um die Mermaidpools zu sehen! Also ab ins Bett für uns, obwohl wir wussten, dass das alles eigentlich gar keinen Sinn mehr machte. Aber ein bisschen Schlaf war doch für uns nötig.

Der nächste Morgen war, wie angekündigt, sehr hart für uns drei. Müde, erschöpft und etwas grimmig schleppten wir uns aus dem Bett und frühstückten gemeinsam mit den anderen Mädels. Und dann machten wir uns auch schon auf zu unserem ersten und im Grunde auch einzigen Punkt auf unserer Muts-Do-Liste in Matapouri: zu den Meermaidpools. Das ist sozusagen ein Pool im Meer, der aus Steinen begrenzt wird. Wir haben Bilder davon im Internet gesehen und waren uns sicher, dass wir da unbedingt hinmüssen.

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der Aufstieg

Aber der Weg dorthin ist gar nicht so leicht. Zum einen muss man darauf achten, dass low tide ist, da man sonst ein kleines Stück am Anfang durch das Meer schwimmen müsste. Das hatte beim letzten Mal schon nicht geklappt, weil wir diese Zeiten nicht ganz verstanden hatten… Gott sei Dank klappte es aber dieses Mal!
Des Weiteren war der Auf- und Abstieg gar nicht mal zu unterschätzen. 20 Minuten lang kraxelte man erst an einem Seil einen kleinen Berg hoch und stolperte ihn dann wieder hinunter bis man endlich bei den Mermaidpools angekommen ist. Ein wunderschöne Aussicht auf das unendliche Meer und dann diese coolen Rocks, die wirklich wie ein Pool aussehen! Richtig schön! 😍 Dennoch muss ich sagen, dass wir etwas enttäuscht waren, denn wie auf den Bildern sah es nicht wirklich aus, nicht so zauberhaft und wohlgeformt. Immer dieses Photoshop in allen Bildern! Schrecklich!
Wie auch immer, schön war es trotzdem. 😊 Da saßen wir auf den Steinen und haben uns eine Pause mit dem Wahnsinnsausblick und einer geliehene Fotosession (natürlich, was sonst!) gegönnt. Zwei unserer Mädels sind auf Entdeckertour gegangen und haben tausend Fotos geschossen, wobei der Rest (und besonders Annika, Charlie und ich) uns einfach in dem Bombenwetter gesonnt haben. Charlie und ich sind dann auch mal für ein paar Minuten den kurzen Weg vom Steinplateau runter zu dem Pools geklettert, um sie genauer zu betrachten.

Nach einer Stunde machten wir uns wieder auf dem Heimweg und kletterten den ganzen Weg zurück zu unserem Ferienhaus. Puh, das war eine Wanderung. Das hieß erstmal Mittagsschlaf für mich und die anderen zwei, haha. Doch dann kam erstmal der Knaller. Die zwei Mädels, die auf Entdeckertour gegangen sind, sagten uns dann, als wir ZUHAUSE waren, dass wir die ganze Zeit gar nicht die richtigen Mermaidpools gesehen haben. Denn die waren nochmal um die Ecke, hinter den großen Felsen versteckt. „Und das sagt ihr uns erst jetzt???“, „Naja, wir haben euch gewunken, aber keiner hat reagiert, deswegen dachten wir ihr wollt nicht kommen.“. Grrrrr, das hat mich echt ein bisschen sauer gemacht. 😡😡😡😡  Kein Wunder, dass wir  von dem  Mermaidpools jetzt gar nicht so beeindruckt waren. Das waren die nämlich gar nicht! Das erklärt einiges.
Aber kurz bevor wir heimgewandert sind, hätten sie doch auch nochmal was sagen können! Sowas kann ich wirklich nicht verstehen… Naja. Wir hätten ja auch mal ein bisschen die Gegend erkunden können, aber wir waren einfach alle zu fertig von dem langen Abend davor.

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Das restliche Wochenende bestand dann eigentlich nur noch aus Einkaufen, relaxen, kochen, backen, beisammensitzen, letzte Fotos zusammen machen und trinken. So ein Wochenende war mal nötig! Weg von den Familien, aber auch nicht auf einen anstrengenden Trip, sondern einfach mal abschalten! 😏 Und dafür war Matapouri auch  toll: wunderschöner Strand, tolles Wetter und gar nicht so viel zu tun. Und da ist manchmal am besten!

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Matapouri – einer der schönsten Strände Neuseelands

Auf dem Heimweg machten wir einen kleinen Stopp bei den Whangarei Falls, bis wir uns dann schließlich an der Busstation alle trennten und uns „Tschüss, wir sehen uns in Deutschland“ sagten. Ach man! Alle gehen jetzt, das macht mich wirklich ganz schön traurig… 😢 Immerhin habe ich Annika und Charlie noch ein kleines bisschen länger, denn sie sind noch 2 bis 3 Wochen hier und reisen dann auch noch in Neuseeland herum. Und ich habe ja auch noch ein paar andere Au Pair Freunde bei mir in der Nähe, sowie die ganzen Mütter und Nannies, die ich in der ganzen Zeit schon kennen gelernt habe. Bald gehe ich sogar mit zwei Müttern, mit denen ich immer vor der Schule quatsche, in einem Restaurant Essen, total cool! 😝

Aber kaum zu glauben: 6 Monate sind jetzt schon um! 6 Monate lebe ich nun schon in Neuseeland und in erst 6 Monaten geht es für mich wieder nach Hause. 😳 So schnell ist die Zeit für mich gar nicht so vergangen… Glaube ich. Das einzige was ich wirklich sagen kann, dass ich jetzt schon so viel erlebt habe, gutes und schlechtes, und so viel gelernt habe, das ist der Wahnsinn! Und ich habe in einem halben Jahr noch nie so viel Geld ausgegeben, haha. Aber darüber wollen wir mal gar nicht nachdenken. 😲😅
Das nächste halbe Jahr wird aber bestimmt super schnell vorbeigehen. Ist es nicht immer so, dass das Ende dann doch immer schneller näher kommt, als man denkt?

Unfassbar!

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Viola

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WE ❤️ NEW ZEALAND!

Irgendwo im Nirgendwo 🌳🚌🌲🌳🌊

Kia Ora, ihr Lieben!

Die unentbehrlichste Seite im Netz für Sparfüchse in Neuseeland ist wohl GrabOne. Auf GrabOne gibst du den Ort bzw. die Umgebung ein in der du lebst und schon kriegst du einmalige Angebote und Gutscheine für alles mögliche vorgelegt. Meinen ersten richtig guten GrabOne-Deal hab ich mir schon direkt am Anfang geholt: 10 Dollar bezahlen, aber für 20 Dollar bei einer deutschen Bäckerei einkaufen. NEHMSCH‘, wie man auf gut sächsisch sagt! 😎
Den nächsten Deal hab ich mir zusammen mit den Mädels geschnappt. Und zwar haben wir zum halben Preis eine Kayaktour auf einem Fluss mit Glühwürmchen gebucht. Juhu! 😀

Also, am Wochenende vom 27. bis 29.5. beschlossen Jana, Charlie, Annika und ich uns auf den Weg nach Raglan und Cambridge zu machen.
Zwei Nächte in einem fetzigen Wohnwagen mitten im Nirgendwo über AirBnB wurde gebucht, Versorgung wurde eingekauft, Auto wurde gepackt und ab ging’s zuerst nach Raglan. 🚙

Wir fuhren und fuhren auf dem Highway bis es wie gewohnt auf eine Landstraße ging und dann auf einen Schotterweg. Nichts ungewöhnliches in Neuseeland, manche „Highways“ sind einfach nur Staubstraßen… Aber irgendwie hörte es nicht auf und uns wurde etwas mulmig. Vor allem so 22 Uhr Abends… 😕
„Sie haben Ihr Ziel erreicht“, plärrte plötzlich das Navi und wir kamen zum stehen. Nichts weit und breit. Keine Einfahrt, keine Abbiegungsmglichkeiten, einfach nur eine Straße weiter in die Dunkelheit. Urgh! 😳 Die Beschreibung bei AirBnB besagte, dass es eine sehr steile Einfahrt ist, die deutlich sichtbar sei. Oh, ok, also dann zurück und einfach Mal die nächste Einfahrt ausprobieren. Und Tatsache, die kleine, feine Hausnummer war bei dreifachem Hinschauen sichtbar und die Einfahrt sah steil genug aus, sodass es die richtig sein muss.
Steil ist hier aber gar kein Ausdruck! Diese Einfahrt ist mörderisch! Boah, ich hab noch nie sowas steiles erlebt! Wie sollen wir da wieder hochkommen?! Egal, erstmal ging es darum anzukommen!

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Auf dem Weg nach oben, leider sieht man null, wie steil das wirklich war!

Wir fuhren den steilen, langen Weg hinunter und kamen zu einer Kreuzung. Die Straße rechts führte in den Wald und Geradeaus ging es nur weiter steil nach unten. Ganz unsicher fuhren wir weiter den Weg nach unten und konnten sogar unseren Wohnwagen entdecken, aber kein „zentrales Haus“, in dem unsere Hosts wirklich wohnen und das unsere Quelle für Wasser und Co. sein sollte. Sie Straße ging zwar weiter nach unten, aber das sah alles so rutschig und unbebaut aus, deswegen fuhren wir wieder hinauf zur Kreuzung, bzw. hatten wir das vor. Denn wir sind stecken geblieben! Tsss, aber alles ist machbar! Ich hüpfte aus dem Auto und mit etwas Gas und ein paar Judoarmen (😇) ließ sich das Auto wieder anschieben! Puh! (Seitdem bin ich der Hulk, laut meiner Freunde) 😆
Wir parkten das Auto und wagten uns panisch und ängstlich mit der Handytaschenlampe wenige Meter in den dunklen Wald rein. „Ich will nicht außen laufen, darf ich zwischen euch“, „Nein Man, ich bin jetzt in der Mitte!!“, „Aaaah, da ist so gruselig!“, *Quietsch*, *Kreisch* und so weiter. Jaja, wir waren schon kleine Angsthasen. Aber es ist wirklich ganz schön gruselig, so auf der Suche nach deiner Unterkunft spät Abends, mitten im Nirgendwo, ohne Empfang, kein Haus weit und breit und mitten in einem dunklen Wald. 😳😳😳

Wir checkten nochmal alle Anweisungen in unserer Email und versuchten uns an die ganzen Kommentare und Erfahrungsberichte zu erinnern (die alle zu hundert Prozent positiv waren…)., um uns etwas zu motivieren und uns dem Axtjäger irgendwo da im Wald nicht sofort auszuliefern. 😀 😝
Zurück im sicheren Auto fuhren wir erneut runter zum Wohnwagen und dann noch ein Stück weiter und yes!, um die Ecke war das Haus der Hosts. Da fiel uns allen ein Stein vom Herzen! Hätte uns mal früher einfallen sollen einfach da runter zu fahren!
Endlich irgendwas, was uns irgendwie ein bisschen sicherer fühlen lässt und uns der Zivilisation näher bringt! Aber…. alle Lichter waren aus. 😟 Keiner da, dabei sollten und wollten uns die Hosts begrüßen!? Oh man, geht gar nicht! Egal, sowieso schon alle durch den Wind liefen wir fix mit Gepäck einfach mal zum Wohnwagen hoch, öffneten die, Gott sei Dank nicht abgeschlossene, Tür und richteten uns ein.
So runtergekommen es von außen aussah, desto schöner war es von innen! Ein gemütliches kleines Wohnzimmer, mit Küche, Bad, Dusche und Schlafzimmer. Privatsphäre war weniger gegönnt, denn die Dusche war direkt gegenüber von zwei Kinderbetten, die Toilette konnte man nur mit offener Tür verwenden und das Erwachsenenschlafzimmer war nicht wirklich ein zweiter Raum, aber an sich war es ein super süßes, niedliches „Versteck“, kann man schon fast sagen! Die Bilder sprechen für sich! ❤️

Am nächsten Morgen konnten wir dann auch unsere Lage genauer abchecken und wir waren hin und weg. Ausblick aufs Meer, mitten im Nirgendwo auf einem Feld, zwischen Bergen und Bäumen. Nur das Laute Geräusch vom Meer und der Wind, wie er durch die Bäume rauscht. So schön! Noch dazu keinen Empfang, kein Wifi und kein warm laufendes Wasser. Wirklich mal ein Wochenende komplett abgeschottet und ganz für sich und relaxed!
Okay, wir sind in die Stadt gefahren, haben Sightseeing gemacht und co., aber so gesehen mal wirklich eine Unterkunft im Nichts und nur für uns alleine.

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Unsere kleine Bude auf Rädern! 🙂

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Der Ausblick – wahnsinn!

DSC02853.jpgAm Morgen gab es dann erstmal leckeren, frische Buttermilk Pancakes nach Rezept meiner Mutter (endlich!) und leckeren kleine Brötchen. Dann machten wir uns auch schon auf in die Stadt Raglan. Eigentlich wollten wir gerne Surfen gehen, aber so kurz vor dem neuseeländischen Winter war das sowieso gestrichen…
Auf dem Weg dahin, die steile Einfahrt hinauf, haben wir schließlich die kleine süße Familie von Drei getroffen, denen das Grundstück gehört und die in dem großen Haus am Ende des Weges wohnt. Total nette Leute! Sie waren am Abend zuvor spontan ausgegangen und sind bei den Freunden über Nacht geblieben. Trotzdem hätten sie Bescheid sagen können, aber sie waren so freundlich und hilfsbereit, da war das dann auch wieder vergessen! 😡😁

Raglan ist so eine richtige kleine Hipsterstadt. Bekannt ist es dabei für atemberaubende Strände und roughes, aufregendes Surfen und genau darauf ist die Stadt auch aufgebaut. Irgendwie war alles so richtig typisch im Surferstyle. Stylische Hintergassen und -höfe, wunderschön dekoriert, viel Kunst überall, Palmen wohin das Auge reicht und einfach tolle, relaxte Leute.
Im Grunde haben wir nur etwas die Stadt besichtigt, einen Wasserfall besichtigt (die Bridal Veil Falls, ziemlich cool, aber mittlerweile haben wir die Chaussee voll von Wasserfällen) und waren Einkaufen. Dann sind wir auch schon wieder zurück zu unserem tollen Wohnwagen gefahren und haben angefangen zu kochen und dabei das „Irgendwo-im-Nirgendwo“-Flair mit vieeeeeeeel Bier genossen. Ein schöner Abend!

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Ich war doch surfen! Aber ok, so surft man nicht! 😄

Am nächsten Morgen, Sonntag, versuchten wir etwas eher aus dem Bett zu hüpfen und den Tag zu starten. Denn geplant waren ein Horsetrek und die Kayaktour mit Glühwürmchen.
Wir verabschiedeten uns von unseren Hosts und von dem coolen Wohnwagen und machten uns auf den Weg Richtung Cambridge. Nach langem Hin und Her stellte sich jedoch heraus, dass wir leider keine Pferde an dem Tag Reiten konnten. Deswegen sind wir direkt weiter zu den Kayaks gefahren. Ahhhh, waren wir aufgeregt!

Es schüttete die ganze Zeit und war dachten schon, dass wir frierend und ganz nass in den Kayaks sitzen dürfen. Doch wir hatten Glück: Genau die Zeit, in der wir im Kayak saßen, war kein Regen weit und breit. Die Sekunde, die wir wieder im Auto saßen fing es an zu schütten. Yeah! So macht man das! 👍🏼😅
Die Tour war wirklich schön! Wir fuhren zwischen zwei Felswänden auf einem Fluss und wir unheimlich konnten viele Glühwürmchen sehen, die sich an den Wänden festklammerten. Wahnsinn, wie toll das aussah! Für mich leuchteten die Insekten grün, während für andere sie türkis, blau und für einen sogar rot erschienen. Witzig, oder?
Es gab eine Pause mit Wein, Crackern, Käse und Marshmallows und danach konnten wir noch ein weiteres Mal die Glühwürmchen bewundern. Leider war die Tour viel zu schnell wieder vorbei und wir mussten uns auf den Weg nach Hause machen. Denn es war ja Sonntag und am nächsten Tag musste man wieder zur Arbeit….😬

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Viola

 

Delfine direkt um die Ecke und ab auf die Südinsel! 😎✈️

Kia Ora, ihr Lieben!

Schon wieder viel zu lange hab ich nichts von mir hören lassen. Dabei ist sehr viel passiert! Ich hänge ein bisschen hinterher, das muss unbedingt aufgeholt werden. 🙂

Schon direkt in der Woche nach meinem East Cape Urlaub (16. – 25.4., man ist das schon wieder lange her!) hab ich eine wirklich tolle Erfahrung machen können. Es ist ja bekannt, dass ich auf einem Inselarm wohne, dadurch bin ich umgeben von Meer und Stränden. Und genau deswegen passiert es öfter mal, dass sich die einen oder anderen beliebten Meerestiere blicken lassen: Delfine, sting rays und manchmal sogar Haie oder Orcas! 😀
An einem Mittwoch in den Ferien hatte ich das Glück Delfine von ganz Nah, vielleicht 10 Meter vom Strand im Meerwasser, schwimmen zu sehen! Unglaublich cool! Einfach so schwammen da plötzlich zwei Delfine beim Little Manly Beach um die Ecke von meinem Haus! 😳
Natürlich sprach sich alles rum (es gibt sogar eine Facebook Seite bei der Delfinmeldungen bei uns oben gemacht werden) und schon war der Strand vollgepackt mit Zuschauern. Die einen oder anderen sind sogar ins Wasser, um mit den gut gelaunten Delfinen zu schwimmen. Es war einfach nur toll zuzusehen, wie die Delfine mit den menschen imWasser interagiert haben: sie schwammen um sie drumherum, tauchten auf und ab und drehten sich manchmal auf den Rückseite und wieder zurück. So cool! Ich wünschte ich hätte auch ins Wasser gehen können, aber in diesem Fall hatte ich leider Unglück im Glück… Meine Gastmutter, die Lehrerin ist und daher in den Ferien Zuhause ist, hat genau an diesem Tag alle Kinder ins Kino mitgenommen. Noah ist bei mir geblieben und natürlich konnte ich ihn nicht am Strand sitzen lassen, um selber mit den Delfinen schwimmen gehen zu können. 😦 Selbst meine Gastmutter sagte dann im Nachhinein, dass wenn sie nicht ins Kino gegangen wäre, hätte sie die Kinder genommen und ich hätte mit den Delfinen schwimmen können. Ach Mensch, ärgerlich! Aber immerhin konnte ich trotzdem eine tolle Erfahrung machen, wilde Delfine, also so richtig wilde Delfine ganz einfach im Meer schwimmen zu sehen, ohne dabei eine Tour zu buchen oder auf ein Boot zu steigen! 😏👍🏼
Und es werden sich garantiert wieder ein paar süße, verspielte Delfine blicken lassen und dann hüpf ich ins Wasser, egal wie kalt es ist!

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Okay, ich muss zugeben, ich weiß nicht ob ich dann wirklich ins Wasser springe. Denn bei uns endet langsam der Herbst und der Winter steht vor der Tür. Schnee? Bäume ohne Blätter? Festgefrorene Scheibenwischer? Fehlanzeige! Winter in Neuseeland, jedenfalls auf der Nordinsel, heißt einfach nur Regen, Regen, Sonne, Regen! Und ganz viel Wind. Ganz schön nervig, sag ich euch. Besonders, wenn man versucht ordentlich Auto zu fahren: Scheibenwischer an, aus, an, aus, an, aus. GRRRR, man wird ganz verrückt! Und sobald die Sonne rauskommt, wird es auch wieder ganz schön warm und die Regenjacke könnte glatt wieder ausgezogen werden (was man aber natürlich nicht macht, denn der Regen wartet nur darauf, dass du dich entkleidest, jaja!!!). 😡😅
Aber man will sich ja nicht beschweren, das ist einfach Neuseeland! Ein bisschen Herzschmerz bekommt man aber schon, vor allem wenn man all die sonnigen Frühlingsbilder, wenn nicht fast schon richtige Sommerbilder aus Deutschland betrachtet. Ach ja, was würde ich jetzt alles für eine leckere gegrillte deutsche Bratwurst draußen im sonnigen Garten geben! 😩😂

Das Wochenende nach meinem Urlaub habe ich mit der Familie mal etwas entspannter verbracht. Es ging auf keinen Trip, sondern ich bin Zuhause geblieben, habe Besuch von Annika bekommen und habe etwas relaxed. Das tat dem Geldbeutel sehr gut! Doch das Wochenende drauf ging es schon auf den nächsten Trip, diesmal aber nicht mit meinen geliebten Travelbuddies Annika und Charlie, sondern mit meinem Judoverein! ☺️

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Bei der Siegerehrung

Das Wochenende vom 14.5. bis 15.5. habe ich auf der Südinsel, genauer gesagt in Christchurch verbracht! Mein erster Inlandsflug und mein erstes Mal auf der Südinsel! Sehr aufregend für mich. Der Anlass war ein Judowettkampf, bei dem ich sehr gerne teilnehmen wollte, um mal etwas neuseeländische Wettkampfluft zu schnuppern. Der Flug wurde Wochen im voraus gebucht, mein Gewicht wurde im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft und dann ging es Samstagmorgen um 5 Uhr zusammen mit den anderen Kämpfern los zum Flughafen mit der kompletten Ausrüstung.
Der Wettkampf war eine wirklich tolle Erfahrung, manche Sitten waren etwas anders als in Deutschland, aber ansonsten ist Judo überall gleich und macht überall gleich viel Spaß! 🙂 Zumal konnte ich sogar erfolgreich den Tag abschließen. Denn ich konnte drei Goldmedaillen erkämpfen, hihi! Den ganzen Wettkampfartikel werde ich noch verfassen und dann vielleicht auf die Website meines Heimatvereins stellen. Ich gebe euch Bescheid! 😁 Ich bin Zurzeit ganz schön busy, aber ich gebe mein bestes!

Für den nächsten Tag habe ich meinen Flug extra ein wenig nach hinten in den späten Nachmittag verlegt, um noch etwas von Christchurch zu sehen. So wirklich gelohnt hat sich das nicht, muss ich leider zugeben. 😦
Die Stadt wurde vor ca. 5 Jahren von einem Erdbeben stark zerstört. Die Kathedrale steht nur noch halb, viele andere Gebäude sind stark mitgenommen und es gibt viele freie Flächen und Baustellen in der Stadt, die wie Löcher zwischen den Hausreihen klaffen. Bis jetzt ist noch nicht viel wieder aufgebaut und es ist wirklich deprimierend durch die Stadt zu laufen, die auch nicht allzu groß ist. Es gibt viele schöne Ecken, aber das Erdbeben klingt immer noch nach und legt einen grauen Schleier über die Stadt, finde ich persönlich. 😢

Nichtsdestotrotz haben zwei Judofreunde von meinem Verein und ich uns einen schönen Tag gemacht. Wir haben das kleine Stadtzentrum besichtigt und sind etwas shoppen gegangen. Nach einer echt mega leckeren Pizza (mit Kumara, also Süßkartoffel, drauf! So lecker!) ging es für meine zwei Freunde schon etwas eher zum Flughafen. Ich hab mich somit allein auf dem Weg in den Botanischen Garten gemacht und ein paar neuseeländische Wunderpflanzen begutachtet. Der Garten ist wirklich sehr schön!!! Ich hab mich auf eine kleine Bank gesetzt, mein Buch ausgepackt und einfach mal ein bisschen gelesen. Das war auch mal nötig! Immer dieses Sightseeing und diesen Rush, so ein bisschen relaxed alles aufsaugen ist auch mal gut. 😍

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New Zealand Garden

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Welch Blumenpracht!

Aber man man, es war ganz schön kalt in Christchurch! Je weiter es in den Süden geht, desto kälter wird es in Neuseeland. So richtig drauf gefasst war ich aber trotzdem nicht ganz! Also ab ins Café, um sich etwas aufzuwärmen und schon ging es weiter zum Flughafen und zurück nach Auckland.
Ich war schlussendlich dann auch sehr erleichtert, als ich wieder Zuhause war. Das Wochenende war schließlich ganz schön anstrengend! Aber erfolgreich, hehe. 😆

Ich freue mich schon, wenn ich bald im Juli den Rest der Südinsel bereisen kann. Aber bis dahin ist es noch etwas und vorher stehen noch einige andere Trips an! Dieses Wochenende war ich mit Annika, Charlie und Jana (ein Au Pair, welches von mir nur 10 min wohnt, sehr cool hehe) in Raglan in einer sehr interessanten Unterkunft. Dazu im nächsten Blogeintrag mehr! 😋

Jetzt geht es für mich erstmal Noah aufwecken, denn sein kleines Nap ist vorbei, hihi. 🙂

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PS: Mein erstes, selbstgebackenes Brot! Oh man, das war so lecker! Eine tolle Abwechslung zu dem „Brot“ hier, hehe. 😝

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Am Anfang der Welt und mitten im Urwald 🌅🌊✨ – Gisbrone und Te Urewera: East Cape Roadtrip Part II

Kia Ora, ihr Lieben!

Die Tour geht weiter! 🚙🚙🚙

Zwar sind wir Montagabend sehr früh ins Bett gegangen, dafür sind wir auch umso früher am Dienstag wieder aus dem Bett gestiegen und haben alles zusammengepackt. Denn wir hatten eine Mission: den Sonnenaufgang an einem Strand in Gisborne sehen, um die ersten auf der Welt zu sein, die die frühen Sonnenstrahlen des anbrechenden Tages sehen.
Gisborne ist, zusammen mit dem East Cape Leuchtturm, der östlichste Punkt Neuseelands und somit der Ort, an dem man den ersten Sonnenaufgang auf der ganzen Welt sehen kann. Deswegen müsste man fast sagen, dass Neuseeland nicht am Ende der Welt ist, sondern eher am Anfang der Welt, hihi. 😁
Laut unserem besten Freund Herr Google sollte die Sonne planmäßig um 6:35 Uhr aufgehen. Pünktlich um ca. 5:45 Uhr machten wir uns auf die Socken zum wunderschönen Wainui Beach. Doch irgendwie war der Himmel schon sehr hell beleuchtet und die Sonne schien schon etwas aufgegangen zu sein. Oh nein! Wir stiegen in die Eisen, um zu dem elend weit entfernten Strand zu kommen und ärgerten uns, dass wir so spät losgefahren sind. Dabei stand doch im Internet 6:35 Uhr!!! 😣
Endlich am Strand angekommen, stürzten wir aus dem Auto und stolperten hastig zum Strand. Es war etwas bewölkt am Horizont, aber bisher noch keine Sonne weit und breit in Sicht. Puh! Klar, vor dem Sonnenaufgang wird es ja meistens schon hell, da die Sonnenstrahlen schon etwas hervorkriechen, hätte man sich denken können. Aber diesen einzigartigen Sonnenaufgang wollten wir einfach nicht verpassen und da verknotet sich gerne mal alles im Kopf, haha. 😳😁

Und da saßen wir, dem unendlichen Horizont gegenüber, genossen die Aussicht und warteten geduldig auf die Sonne. Und BOOM, a war sie. Es war einfach malerisch an diesem Strand! Das Licht war so sanft und ließ das Meer ganz sachte und ruhig vor sich hinrauschen. Anfangs leicht enttäuscht, dass es doch etwas bewölkt war, waren wir gebannt von dem tollen Farbenspiel in den Wolken! Wirklich schön!
Wir saßen, grob geschätzt, vielleicht anderthalb bis zwei Stunden am Strand und
beobachteten, wie das Licht immer wacher und energievoller wurde und das Meer immer kräftiger und härter hin und her schaukelte. Ohne Mist, irgendwie schien das Wasser sich mit dem Licht zu verändern, total faszinierend! (In dem Moment kann man nicht anders, als ganz spirituell und erdgebunden sein, haha :D).

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Wir rissen uns von dieser schönen Kulisse, packten unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Weg ins Herz vom East Cape: Te Urewera Nationalpark, der größte Urwald der Nordinsel.
Wir fuhren eine lange, lange Gravelroad, die mir so alleine (Annika ist nebenan eingepennt) ganz schön Angst einjagte. Denn das war alles so im Nichts! Wirklich im Nichts! Nichtser als die East Road entlang am East Cape! 😳
Es war total schön und ruhig auf der einen Seite, aber da so lange einfach nichts gekommen ist auch sehr gruselig. Aber es war schon laut Internet bekannt, dass diese Gegend (wie auch das ganze East Cape) nicht sehr belebt ist, aber das genau das auch der Zauber davon ist.
Ich war mir zwischenzeitlich trotzdem nicht ganz so sicher, ob es in die richtige Richtung ging, aber meine Ausdauer wurde belohnt. Ich bog zu unserem free Campingspot Rosie Bay ein und blieb direkt vor einem wunderschönen, riesigen See stehen (natürlich war nur ein Teil sichtbar), umrundet von gigantischen Bergen und einfach toller Natur. Und weit und breit keiner in Sicht und nichts ist bebaut. Willkommen am Lake Waikaremoana! 🙂

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Schlafen und Essen am See

Annika, inzwischen aufgewacht und auch ganz hin und weg, und ich informierten uns im nächsten Ort Aniwaniwa (ja, es gibt ein Visitor Center mit Menschen, die dort arbeiten, wir konnten es selber kaum fassen! Man wird zwar jedes Mal zum Motorcamp weitergeleitet – warum haben die überhaupt ein Visitor Center -, aber dennoch ganz nett!) und starteten ganz motiviert mehrere Walking Tracks: den Lake Waikareiti Walk, welcher uns zum nebenanliegenden kleinen See Waikareiti führte und an dem wir sehr nette, ältere Leute kennenlernten; kleinere short Walks zu Wasserfällen am Lake Waikaremoana und hoch zu Lou’s Lookout. Letzterer Walk war sehr anstrengend, aber oben angekommen waren wir weggeblasen vor der unglaublichen Aussicht, die sich uns dort bot: Wir blickten über den riesigen Lake, umrundet von gigantischen Bergen und Klippen! 😳 Wir konnten auf unseren Campingplatz runterblicken, Boote auf dem See entlangkurven sehen und manchmal sogar ein oder zwei winzige Menschengestakten erkennen; es war einfach schön! 😍
Wir standen sehr lange alleine oben, bis zwei Kanadierinnen sich zu uns gesellten. Wir quatschten mit ihnen super lange und zeigten ihnen unseren kostenlosen Campingplatz direkt am See. Sie haben schon für das Motorcamp, 10 Minuten vom kostenlosen entfernt, bezahlt, aber schlossen sie sich unserer Idee sofort an, am Abend draußen gemeinsam Abend zu essen und einfach ein paar Geschichten auszutauschen. 😌

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Lou’s Lookout – Wahnsinn!

Am frühen Abend trafen wir uns daher am See wieder und packten unsere Kochausrüstung und leckeren Fertiggerichte aus, hihi. 😝
Wir kochten gemeinsam, aßen, tranken leckeren Tee, teilten leckere neuseeländische Schokolade und tauschten Geschichten, Ideen und Erfahrungen aus. Es war einfach bombastisch: direkt am See, unter dem Sternenhimmel redeten wir vor uns hin. Doch so schön und relaxed es auch war: auch diesen Abend ging es für uns früh ins Bett, denn es wurde einfach unheimlich kalt und wir alle wollten uns nur noch ins Bett kuscheln.
Trotz dicken Sachen und hardcore spooning (=löffeln, so drückten es die Kanadierinnen liebevoll aus: „I never spooned that much and that intense before, haha“ 😂) war es unheimlich kalt!!! Oh man, wir haben echt gefroren, aber das war es wert! Am nächsten Morgen öffnete ich die Seitentür des Autos und hatte den Blick auf den See zum Aufwachen. WUNDERSCHÖN! 💕

Annika und ich haben am Tag zuvor spontan eine Bootstour gebucht und machten uns so auf dem Weg zum Motorcamp, der Abfahrtsort des Bootes. Wir winken ein kurzes, trauriges Tschüss zu den Kanadierinnen und brachen auf.
Die Bootstour war ein Riesenspaß! Wir trafen wieder auf die älteren Damen und Herren  von unsere Walk und es stellte sich heraus, dass ein Teil von Ihnen den Great Walk rund um Lake Waikaremoana, welcher über 4 bis 5 Tage andauert, an diesem Tag starteten. Annika und ich, vor allem ich hihi 😅, fragten sie aus, wie das alles so abläuft und da begann es uns auch schon in den Füßen zu jucken, diesen langen Walk auch zu wagen! Ich hatte auf jeden Fall vor auf der Südinsel solch einen Walk zu machen, aber ab da stand für mich auch fest: diesen Great Walk möchte ich auch unbedingt machen, denn Te Urewera hat mich einfach von den Socken gehauen!
Wie warfen die Mutigen Hiker von Bord und für uns ging es wieder zurück mit einem kleinen, überraschenden Zwischenstopp zum Fischen! Unser netter Kapitän hat sogar einen Fisch fangen können und uns angeboten ihn mitzunehmen, aber leider hatten wir dazu und zum Weiterverarbeiten keine Möglichkeiten… Daher nahm ein anderes älteres Ehepaar den Fisch glücklich mit sich! 😀

Bevor wir Te Urewera verließen, starteten Annika und ich noch einen letzten Walk zu den Onepoto Caves und dann ging es für uns auch schon wieder weiter. Aber kurz vor Aufbruch machten wir nochmal halt am Motorcamp, denn während den Walks habe ich ein Kiwi Ranger Heft fleißig ausgefüllt, welches man am Ende vorzeigt, und dann einen Kiwi Ranger Badge zu erhalten! Man muss ein paar Aktivitäten absolvieren, wie zum Beispiel Pflanzenarten finden oder Informationen aufschreiben von bestimmten Schildern. Diese Hefte gibt es nur in bestimmten Parks und Inseln und, schon in der Schule ganz fleißig 😄, konnte ich mir das hier nicht entgehen lassen! Meine amerikanische Weste mit allen Badges vom Grand Canyon usw. wartet schließlich auf mich Zuhause und wollte neue Anstecken bekommen! 💩
Die Frau am Tresen schaute mich irritiert an und fragte mich dann ganz vorsichtig, wie alt ich denn sei. „18 years, why?“, „Well, those Badges are only for children until they are 11 years old…“. Diesmal schaut ich ganz irritiert und zeigte ihr im Heft auf die Altersbegrenzung: 1 bis 110 Jahre. „Haha, well, that means not 110, it is 11. That is a mistake“.
NEEEEEEIN! Die ganze Mühe umsonst! 😲
Klar, sehr kindlich war es schon, aber solche Badges, ich liebe sie einfach! 😀 Die Frau fand es aber so toll, dass ich das Heft ausgefüllt habe, sodass sie mir meinen Kiwi Ranger Badge gab und das ihrer Chefin sofort ganz entzückt weitergab. Glücklich und zufrieden mit einer lachenden Annika im Gepäck ging es zurück ins Auto, schweren Herzens raus aus dem Nationalpark, ein geheimer, magischer Platz. ❤️

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Goodbye Te Urewera!

Statt direkt nach Napier, unserem nächsten Halt, weiterzufahren, machten wir einen Halt in Frasertown. Frasertown ist so eine richtig typische Farmstadt. Mitten im Nichts, Felder mit Schafen rundherum, viele Schäfer im Dorf und kaum Häuser. Wir hielten an einer Taverne, in der die beiden Kanadischen Mädels arbeiteten und lebten. Gestern Abend hatten sie uns spontan eingeladen, ob wir nicht mal einen keinen Halt machen wollen, damit sie uns zeigen können, wo sie denn arbeiten. Zusammen aßen wir lecker Mittag und dann luden sie uns auch schon ein, einfach die Nacht zu bleiben, ihre Arbeitgeber haben Betten frei und sind sehr offen für Gäste. Super cool! 👍🏼

Nach einer ordentlichen Duschen und einem Freudensprung, endlich wieder eine Nacht in einem super weichen, warmen Bett zu schlafen, hockten wir uns gemütlich vor den Fernseher und aßen gemeinsam Nachos und, mal wieder, Schokolade! Der Abend war super entspannt und einfach nur genial! Die Mädels waren sogar ganz an der aktuellen Situation in Deutschland interessiert und wollten mit uns den Film „Er ist wieder da“ schauen. War super interessant, was sie alles davon hielten!
Am nächsten Morgen kam der Höhepunkt: die Mädels beschlossen zum Frühstück lecker Pancakes zu backen und daher gab es ein gigantisches Frühstück mit Bacon, Egg und Pancakes! Woah, wir konnten es kaum fassen! 😲

Dann kam es aber auch schon wieder zum Abschied. Wir tauschten Kontaktdaten aus (dass falls man mal nach Kanada/Deutschland kommt… 😏)  und schon machten wir uns endlich auf den Weg nach Napier…

🚙🚙🚙