„Leute, hört mal auf zu reden und seid mal ganz leise. …Ist euch schonmal aufgefallen, dass hier alles ganz still ist?“ – Pasifika, Rangitoto & Waiheke 🌊🗻

Kia Ora, ihr Lieben!

Die letzten zwei Wochenenden war ich wieder ununterbrochen unterwegs.
Zum einen ging es Freitag zum Rugby (es war soooooooooo cool!) und Samstag auf das Pasifikafestival in Auckland Central. Das ist ein Kultur- und Essenfestival, wo sich alle elf Pazifikinseln auf einem Riesen Gelände zusammenfinden und durch Bühnenveranstaltungen und -perfomances, sowie Essens- und anderen Verkaufsständen ein Bild vom Inselleben geben. Ein paar Freunde und ich wanderten im Park umher und ließen uns von hawaiischen Tänzen (meine Güte, wie die sich bewegen können), fröhlicher Musik und buntem, farbfreudigen Schmuck verzaubern. An dem einen oder anderen Stand kämpfte man gegen die Versuchung an, ein Souvenir mitzunehmen…

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YUM!!!!!

Aber wir sagten uns: „Wenn wir schon so einen Krimskrams kaufen wollen, dann auch nur wenn wir auf dieser Insel waren!“. Ohne diesen Leitspruch wäre ich jetzt Pleite! 😄
Natürlich gönnten wir uns trotzdem ekleres Essen, unter anderem eine aufgeschnittene  Melone mit dicken, fetten Eiskugeln und Schokosoße oben drauf. Yummy! Und vor allem auch eine super Idee, die man einfach Zuhause nachmachen kann (auf der DIY-Liste gespeichert – check).😆😆😆
Neben den bekannten Inseln, wie Hawaii, Samoa, Fiji oder den Cook Islands haben wir auch ganz für uns ganz neue kleine Inseln entdeckt: Tonga, Niue, Tuvalu, Kiribati oder Tokelau. Von denen habe ich echt noch nie gehört!
Leider wurde die Inselatmosphäre beim Festival durch komische (und wirklich schlechte) Rapeinlagen auf der Bühne teilweise etwas zerstört. Ich habe meine Gasteltern gefragt, ob dies wirklich ein Teil dieser Kultur ist, aber auch sie meinten, dass es eher das Gehabe der Möchtegern-Bayboys ist, die sich auf diesem Festival einfinden bzw. einschleichen (ich hätte mich auch sonst echt gewundert!).

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Eigene Inselblume in Erinnerung an verstorbene, geliebte Personen basteln 🙂

Den Tag darauf ging es für Mara, Marieke, Melina und mich auf Rangitoto Island! Rangitoto ist eine kleine Vulkaninsel neben Auckland.
Und das wurde auch mal Zeit! Egal wo ich bin, ob schwimmen im Shakespear Park oder auf dem Weg zur Schule mit dem Auto: Ich sehe immer, wie dieser Vulkan in der Ferne in die Höhe ragt! Ich setze mir eine Mission und endlich war es soweit, wir erklommen die Spitze der Baby-Insel! Es war unheimlich sonnig an diesem Tag und durch das schwarze Gestein und Geröll wurden wir ganz schön gebraten, der Schweiß lief uns überall runter. Doch es ist etwas wunderbares geschehen 😏 (und ich kann es kaum fassen und man kann es sich kaum vorstellen): ich bin braun geworden! Ich habe ganz leicht sichtbare (aber dennoch SICHTbare Bräunungsstreifen) im Dekolletee  und an den Oberschenkeln von der Hose. 💩
Die Aussicht von oben war atemberaubend! Ich konnte sogar den Shakespear Park erkennen und den Strand, wo ich so gerne schwimmen gehe und auf Rangitoto starre, hehe. Jetzt weiß ich endlich, wie es da oben aussieht!

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Jedoch gab es auf Rangitoto einen Moment, der uns alle weggehauen hat. Während wir Anfangs noch die Insel umrundet haben, machten wir auf der Hälfte der Strecke Pause um etwas zu essen und um weiter zu quatschen. Doch dann meine Melina plötzlich: „Leute, hört mal auf zu reden und seid mal ganz still. …Ist euch schonmal aufgefallen, dass hier alle ganz still ist?“. Und Tatsache. Wir hörten auf zu Reden und horchten in die Stille. Nichts. Null. Man hörte nicht einen Mucks, nicht einen Vogel, nicht eine Grille, nicht ein einziges Geräusch. Lediglich die eigenen Ohrgeräusche konnte man hören. Sowas habe ich wirklich, wirklich noch nie erlebt! Es war wunderbar und unfassbar, wir konnten gar nicht so lange still bleiben, weil wir immer irgendwie anfangen mussten zu lachen (was eigentlich ganz schön blöd ist…). 😂
Nach dem Wochenende war ich ganz schön platt und die Arbeitswoche darauf war daher ganz schön hart. 😁

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Moment der Stille

Letztes Wochenende (18. bis 19.3.) ging es für mich mit zwei Freunden dann auf die nächste, aber etwas größere Insel neben der Mutterinsel Neuseeland: Waiheke. Während viele nur einen Tag bleiben haben wir uns gedacht, dass wir direkt ein ganzes Wochenende dort verbringen! Und es hat sich gelohnt.
Das Hostel war schon an sich einzigartig. Es ist das einzige Hostel auf dieser Insel und so persönlich und liebevoll eingerichtet, es war wirklich schön (mit Pool!). Die Atmosphäre auf der Insel war ruhig und relaxed. Die Natur war einfach nur großartig. Überall Strände, überall Wasser, überall leckeres Eis und sogar richtiges Brot à la German style. ❤️
Leider war das Wetter nicht so gut, dass wir schwimmen gehen konnten, aber wir haben das Inselflair (was man ja gar nicht auf Neuseeland hat, haha) genossen!
Unglücklicherweise fuhren keine Busse in den Osten der Insel. Dieser Part gilt als der schönste Teil von Waiheke, was unter anderem auch daran liegt, dass er einfach unbewohnt und kaum befahren ist. Daher heißt es für mich: Wiederkommen und irgendwie da hinter kommen! Und beim nächsten Mal mache ich auch eine Weintour mit, denn dafür ist Waiheke ja auch bekannt! 😌

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Während die Wochenenden wirklich schön und (teilweise) entspannt waren, waren die Tage unter der Woche eher sehr anstrengend. Jeden Tag war ein neues Kind krank und so blieb ich fast zwei Wochen komplett Zuhause. Die Tage vergingen elend langsam und meine Laune ist immer weiter gesunken. Die ganzen Tage im Haus festzusitzen ist einfach nicht schön. 😟 Rausgehen im Allgemeinen kam leider gar nicht in Frage mit fiebernden Kindern. Wieder einmal habe ich gemerkt, wie Playgroups und Playdates die Woche  versüßen!

Doch das liegt Gott sei Dank hinter mir! Alle sind wieder gesund und mich hat es zum Glück auch nicht erwischt! 💪🏼
Kommendes Wochenende ist Ostern, weswegen wir insgesamt vier Tage frei haben. Für mich geht es mit 10 weiteren Mädels (fragt nicht, ich weiß auch nicht wie es zu so vielen Mädels kam) in den Norden, hoch zu Bay of Islands, dem 90-Miles Beach und Cape Reigna.
Ich freue mich so!

Happy Easter! 🐣

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Viola

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Schafe, Hühner und die Berge 🌌🗻🌊 – Goat Island Marine Reserve und Whangarei

Kia Ora, ihr Lieben!

Kiwi-Life geht voran und vergeht schnell! 😆
Die letzten zwei Wochenenden habe ich hauptsächlich mit der Familie verbracht. Das letzte Februarwochenende habe ich mit Marieke, die Tochter einer Freundin von meiner Mutter (lange Geschichte – auf jeden Fall haben wir uns gut verstanden :D) aus Deutschland verbracht. Wir waren am Samstag im Goat Island Marine Reserve, welches ca. 1 Stunden von mir im Norden liegt. Ein wunderschöner black beach mit einer tollen bergigen Kulisse! Geplant war eigentlich schnorcheln zu gehen, denn das Goat Island marine Reserve ist eigentlich bekannt für einzigartiges schnorcheln. Aber leider war das Wetter doch ganz schön durchwachsen: Es schien zwar die Sonne trotz einiger Wolken, aber der Wind war ziemlich stark. Somit gingen wir nur baden und ließen uns von den riesigen und kräftigen Wellen hin- und herschubsen! Die eine oder andere Schürfwunde dürfe ich mit nach Hause nehmen, so krass war es. Ich werde wiederkommen und schnorcheln! 😄😄😄

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Am Abend haben wir uns einen Burger von Burgerfuel gegönnt… GÖTTLICH! Man muss zwar teilweise 12 Dollar hinblättern, aber dafür ist man auch ordentlich satt danach und man hatte eine Gaumenexplosion! 💣
Sonntag haben wir einen Shoppingtag eingeschoben und waren in Albany und haben die Läden erkundet. Leider war ich nicht so erfolgreich, wie ich gehofft hatte, denn ich habe wirklich wenig Klamotten aus Deutschland mitgenommen. Ich habe nämlich auf diese Tipps gehört, wie „du kaufst dir da unten soooo viel Kleidung am Anfang, deswegen nimm nicht viel mit und keine allzu schönen Sachen“. Gaaaah, bei mir ist da gar nicht so! Aber platz im Koffer hätte ich eh nicht gehabt, von daher auch egal. 😁 Aber trotzdem, langsam müssen mal neue bzw. mehr her…

Letztes Wochenende (5. und 6. März) war ich zusammen mit der Familie bei den Großeltern meiner Gastmutter in der Whangarei. Sie leben auf einer Farm auf einem Hügel, zusammen mit einem süßen Hund (keine Sorge, Dinah und Caya, ihr seid und bleibt die besten! ❤️), 5 Katzen (die Gott sei Dank nicht ins Haus durften, sonst wäre ich wahrscheinlich dank meiner Allergie geplatzt), 4 Kühen, 10 Schafen und tausend Hühnern. Richtig cool! Sie haben einen wunderschönen Ausblick auf die Berge und auf die Stadt Whangarei und Nachts einen atemberaubenden Sternenhimmel.

Als wäre das schon nicht genug, wurden wir richtig verwöhnt: Es gab frische Eier und knusprigen Bacon zum Frühstück und Lamm mit Kürbis und Kartoffeln zum Abendessen. Das erinnert mich irgendwie an meine beiden Großeltern, wenn ich bei Ihnen zu Besuch gewesen bin. 
Abends saß ich dann mit „Nanna“ (der Großmutter) draußen auf der Couch auf der Veranda und wir haben ein Lammsandwich gegessen und in die Sterne geschaut. Ach ja, das war herrlich! Für mich war es wie ein kleiner Kurort, so wie es auch in Deutschland bei meinen Großeltern immer ist! 😀 😁

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Lieblingsaussicht von der Farm auf die Berge

Dieses Wochenende gehe ich mit Marieke und ein paar Freunden zu einem Rugby-Spiel und zum Pasifikafestival. Beides typische Kiwisachen! Ich habe noch nie Rugby gesehen, deswegen bin ich super gespannt. Die Spielregeln muss ich mir nochmal genauer anschauen, vieles verwechsel ich noch mit Football. Leider spielt nicht der derzeitige Weltmeister, die bekannte Mannschaft All Blacks, aber da wären wir wahrscheinlich eh nicht ins Stadion gekommen. 😀

Seit mehreren Wochen gehe ich zum Judotraining und dort habe ich mich auch super eingelebt. Es ist ein toller Verein, ich bin sehr zufrieden. Ich finde es nur schade, dass sie eine Stunde trainieren, weil ich bin ja zwei Stunden gewöhnt! Aber, wie gesagt, es ist überhaupt Klasse, dass ich so einen Verein bei mir in der Nähe habe. Und zu Wettkämpen wird es auch bald gehen. 😏 Da werde ich vielleicht sogar mal auf die Südinsel fliegen.

In den letzten zwei Wochen hatte ich auch schon ein kleines bisschen Heimweh bekommen, einfach so während dem Alltag und auch aufgrund kleinerer Vorfälle. Vieles ist doch manchmal noch gewöhnungsbedürftig für mich. Vor allem auch im Hinblick auf die Lebensweise und ihre Werte und das, was die Kinder machen und auch dürfen. Ich vermisse ganz banale Dinge, die jetzt erst so bei mir durchsickern und hochkommen! 😳 Zum Beispiel, dass man gemeinsam am Essenstisch sitzt und man gemeinsam anfängt zu essen und man aufsteht, wenn der letzte fertig ist. Natürlich haben wir das in meiner Familie auch nicht immer gemacht 😁, aber hier legen sie darauf wirklich gar keinen Wert, jeder kommt und geht wie er will. Und solche kleinen Dinge und Details vermisse ich etwas. Aber ich denke das legt sich wieder, es sind ja gerade mal (oder eher schon!) zwei Monate um. Und mit meiner Gastfamilie bin ich immer noch super glücklich. Man hat ja immer mal ein paar Ups and Downs! 😝😝😝
Und meine Eltern werden ungefähr im November für vier Wochen Neuseeland besichtigen und da werde ich sie auf jeden Fall sehen! 😍 Mal gucken, vielleicht kann ich meine Geschwister hier auch noch irgendwie herkriegen, hihi. Und den ganzen Rest meiner Familie! 😂😂😂

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Viola

PS:
Was zurzeit auch ein interessantes Thema ist, das ist die New Zealand flag debate. Denn es finden gerade die Wahlen zur neuen Flagge Neuseelands statt. Der Premierminister war bei einem internationalen Treffen empört, dass er unter der australischen Flagge sitzen musste, die aufgrund einer Verwechslung mit der auffällig ähnlichen neuseeländischen Flagge. Deswegen startete er 2015 eine komplizierte und unheimlich kostspielige Wahl für eine neue Flagge für Neuseeland. Die Einwohner konnten in Stage 1 zwischen mehreren Flaggen entscheiden (darunter auch die derzeitige Flagge) und in Stage 2 werden die Wähler nun ca. Mitte März zwischen zwei Flaggen entscheiden:

Current flag
Silver fern flag
(Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/New_Zealand_flag_debate)

Ich bin mega gespannt was rauskommt. Viele Neuseeländer, darunter auch meine Gastfamilie, ist einfach nur genervt von den Wahlen, da sie unnötig Geld schluckt. Aber trotzdem soll es ein heißes Kopf an Kopf rennen werden.
Ich persönlich finde die silver fern Flagge nicht so schön, da sie farblich nicht so abgestimmt ist und einfach irgendwie nicht so authentisch aussieht… Und wenn hier jemand seine Flagge ändern sollte, dann die Australier. Denn Neuseeland hatte ihre Flagge vor Australien, hehe. 😁